Wildkatze/chat sauvage

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Wildkatze

Text

Wildkatzen sind in der Schweiz vor allem im Gebiet des Jura verbreitet.

Steckbrief

  • Färbung: Verwaschene Zeichnung auf gelblich-grauem Grundton; über dem Rückgrat scharf gezeichneter dunkler Aalstrich bis zum Schwanzansatz; stumpfes Schwanzende schwarz, davor drei bis vier schwarze Ringe; meistens weisser Kehlfleck; Nasenspiegel immer fleischfarben; starke Schnurrhaare stets weiss.
  • Körperform: Wirkt robuster, ist etwas grösser und breiter (vor allem im Winterfell) als die Hauskatze.
  • Kopf-Rumpf-Länge: 49-59 cm (W), 52-65 cm (M).
  • Schwanzlänge: 25-32 cm (W), 26-35 cm (M).
  • Geschlechtsunterschied: M meist grösser als W.
  • Gewicht: Sommer 2,3 - 4,9 kg (W), 3,0 - 6,5 kg (M). Im Winter um bis 50% erhöht.
  • Höchstalter: in Gehegen 12-15 Jahre, selten älter, im Freiland unbekannt.
  • Paarungszeit: Januar bis März, selten bis Juni.
  • Tragzeit: 64-71 Tage (Durchsachnitt 68).
  • Wurfzeit: Ende März bis anfangs Juni, selten bis August.
  • Anzahl Würfe: 1.
  • Anzahl Junge: 1-8, normal 3-4.
  • Geburtsgewicht: 80-163 g.
  • Säugezeit: 3,5-4,5 Monate.
  • Geschlechtsreife: mit ca. 10 Monaten, frühestens mit 6,5 Monaten.
  • Verbreitung: Das Vorkommen der Wildkatze in der Schweiz beschränkt sich auf die Wälder im Jura. In jüngerer Zeit hat sich das Verbreitungsgebiet auich in dessen Ausläufer, z.B. nach Nordosten ausgedehnt.
  • Lebensraum: Grosse, zusammenhängende, reich strukturierte Laubmischwälder, selten über 1000 m.ü.M; Siedlungen werden gemieden; bei Nässe, im Winter und während der Jungenaufzucht sind trockene, geschützte Verstecke (hohle Baumstämme, Hohlräume unter gestürzten Stämmen und Wurzeltellern, auch Dachs- und Fuchsbauten) überlebenswichtig.
  • Ernährung: Ausser ganz wenig Gras ausschliesslich Fleisch. Ueber 90% Mäuse, Rest Vögel, Fische, Reptilien, Amphibien, Insekten. In Teilen Spaniens und Schottlands sind Wildkaninchen die Hauptbeute. Wildkatzen fressen nur das Fleisch frisch getöteter Tiere. Vorratsbildung kommt daher nicht in Frage. Sie nehmen aber durchaus auch Fallwild oder fressen von überfahrenen Tieren - vorausgesetzt, diese sind ganz frisch. Im so genannten Mäusesprung landet die Wildkatze fast senkrecht auf ihrer Beute. Die gleiche Technik wendet auch der Fuchs an, ebenfalls ein Mäusespezialist.
  • Verwandtschaft: Die Europäische Wildkatze ist neben dem Eurasischen Luchs die zweite Art aus der Familie Katzenartige (Felidae)in Mitteleuropa. Die Art Felis silvestris, der sie angehört, teilt sich auf in drei Unterarten-Gruppen: Felis silvestris silvestris (Europäische Wildkatze), Felis silvestris lybica (Afrikanische Falbkatze, die Stammform unserer Hauskatze) und Felis silvestris ornata (Asiatische Steppenkatze). Jeder dieser Gruppen gehören mehrere Unterarten an.
  • Luchs und Katze: Der Luchs ist neben der Wildkatze die zweite bei uns wild vorkommende Art der Familie Katzenartige. Wildkatze und Luchs bewegen sich in verschiedenen Lebensräumen, dachte man sich eigentlich. Umso grösser die Ueberraschung, als 1993 im Zug einer Kontrolle des Luchsbestands im Waadtländer Jura auch 14 echte Wildkatzen in die Fallen gingen. Diese Nähe kann für Wildkatzen lebensgefährlich sein. Nicht, dass die viel grösseren Luchse ihnen die Mäuse wegschnappen, aber sie töten Wildkatzen bei Begegnungen. Nur gut, dass nicht alle Luchse auch auf die Bäume klettern.

Quelle für diese Angaben: Speich, Christian: Scheue Schatten. Die Wildkatzen sind zurück. Zürich: tierschutz-ch/asm 2009.(Broschüre mit vielen Farbabb. und Einzahlungsschein).

tierschutz.ch

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