Question jurassienne/Jurafrage

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Inhaltsverzeichnis

Info

Betrifft die Region Kt. Jura und Berner Jura (Kt. Bern) in der Schweiz.

Chronologie/Zeitlicher Ablauf

1947-1959

1947

9. Sept. Affaire Moeckli: Wegen des Tods von Regierungsrat Ernst Reinhard, dem bisherigen Vorsteher der kantonalen Bau- und Eisenbahndirektion des Kt. Bern, ist durch den Grossen Rat (=Parlament des Kantons Bern) ein Regierungsrat als Nachfolger zu wählen. Vorgeschlagen wird vom Regierungsrat einstimmig der jurassische Regierungsrat Georges Moeckli (Parti socialiste). Im GR plädiert jedoch der Oberländer Grossrat Hans Tschumi (BGB) aus Interlaken für eine Ablehnung des Regierungsantrages, weil Moeckli zu wenig gut deutsch spreche, und schlägt für die Direktion den neu gewählten Oberländer Brawand vor. (TGBL. GR = Tagblatt des Grossen Rates des Kt. Bern 1947:333ff.). Mit 92:62 stimmt der Grosse Rat dem Antrag Tschumi zu, übergeht Moeckli und wählt Brawand.

20. Sept. 1947 Protestkundgebung: Comité de Moutier gegründet (mit Forderungskatalog), weil sich der jurassische Kantonsteil übergangen fühlt. Gefordert wird u.a. eine Zweikammersystem im Parlament des Kt. Bern, damit der jurassischen Stimme mehr Gewicht zukomme und diese nicht immer vom alten Kantonsteil majorisiert werden könne.

1949

31. Jan. 1949 (Feb?) Weissbuch/livre blanc des Regierungsrates/conseil exécutif des Kt. Bern zur Jurafrage "Ueber die Beziehungen des Staates Bern zu seinem jurassischen Landesteil".

Einsetzung einer ad-hoc-Kommission des Grossen Rates zur Behandlung der Jurafrage (11 Grossräte aus dem Jura, 14 Grossräte aus dem alten Kantonsteil = tot. 25).

März 1949 Behandlung des "Berichtes des Regierungsrates an den Grossen Rat über die Beziehungen des Staates Bern zu seinem jurassischen Landesteil" im Grossen Rat.

1950

29. Okt. 1950 sog. Jurastatut (in der Verfassung des Kt. Bern) wird in einer kantonalen Abstimmung angenommen 69'089 JA : 7'289 NEIN (Jura = 20'527 JA: 1'261 NEIN).

  • Die bernische Kantonsverfassung wird durch folgende Bestimmungen ergänzt:
    • Ausdrückliche Anerkennung des jurassischen Volkes innerhalb des bernischen Staates
    • Anerkennung des Französischen als gleichberechtigter Amtssprache
    • Einsetzung einer paritätischen Kommission zur Behandlung jurassischer Angelegenheiten
    • Feste Zuteilung von zwei Regierungsratssitzen an den Jura

"Novelle Rauracienne" als Lied des Jura lanciert

1951

Im Auftrag von Pro Jura entwirft der Berner Grafiker Paul Boesch ein Jurawappen, das am 12. Sept. 1951 vom Berner Regierungsrat genehmigt und (neben dem Berner Wappen) als offizielles Symbol des jurassischen Landesteils anerkannt wird.

Nov.: Der überparteiliche "Rassemblement jurassien" wird gegründet.

1952

Roland Béguelin wird secrétaire général des (separatistischen) Rassemblement jurassien und Chefredaktor von dessen Zeitung "Jura libre". Roger Schaffter als zweite Persönlichkeit im Führungsstab des Rassemblement jurassien.

Berntreue Antiseparatisten gründen im Nov. 1952 in Tramelan die "Union des patriotes jurassiens" (UPJ) und die Zeitung "Le Jurassien". Die UPJ rekrutiert ihre Anhänger vorwiegend im südlichen Teil des Juras.

Auf deutschbernischer Seite wird ein "Verein für bernisch-jurassische Verständigung" gegründet.

1954

Vermittlungsversuch der Neuen Helvetischen Gesellschaft. Adolf Gasser, Basler Professor für Verfassungsgeschichte, soll ein unparteiische Studie über den Konflikt verfassen. In diesem werden die Unterschiede zwischen dem Nord- und dem Südjura hervorgehoben. Der Norden wolle das fiskalische Potential des steuerkräftigeren Südens ausnutzen.

1955

Projekt eines Waffenplatzes in den Freibergen für Panzer (blindés) wird im EMD erwogen; der Panzerübungsplatz wird dann aber in Bure in der Ajoie realisiert (obwohl er auch in der Ajoie z.T. abgelehnt wird). Vom EMD (Bund) gekauftes Land in den Freibergen wird darauf an den Kt. Bern weiterverkauft. 1962 wird das Land wiederum vom EMD erworben, um eine Akklimatisierungsstation für im Ausland erworbene Armeepferde (als Ersatz für die Anlage im Sand, die wegen der Autobahn verschwinden wird) für die Kavallerie zu bauen. Die betroffenen Gemeinden befürchten jedoch, man wolle wiederum Panzer stationieren (oder gar Atomraketen - so fälschlich der FLJ), da die Tage der Kavallerie gezählt seien. Junge aus den Freibergen bilden ein "Mouvement des Militants franc-montagnards", das später gegen Zweitwohnungen von Deutschschweizern kämpft. Das Rassemblement jurassien kommt zuhilfe, der Künstler Coghuf entwirft ein Plakat, und das Projekt des EMD wird schliesslich zurückgezogen. 15 Jahre später kaufen die Gemeinden das Land von der Eidgenossenschaft zurück.

1957

19. 5. Rassemblement Jurassien beschliesst in La Neuveville definitiv die Lancierung einer kantonalen Gesetzesinitiative.

3. 8. Text der kantonalen Gesetzesinitiative des Rassemblement Jurassien wird bekannt gegeben.

1958

März: Rassemblement jurassien reicht eine kantonalbernische Gesetzesinitiative zur Jurafrage ein.

  • Die Bürger des Kantons Bern sollen entscheiden, ob im Jura (sieben jurassische Bezirke des Kt. Bern) eine Volksbefragung (Plebiszit) über die folgende Frage durchzuführen sei: "Wünscht ihr, dass der Jura zu einem souveränen Kanton erhoben werde ?"


1959

5. Juli: Kantonalbernische Abstimmung über die kantonalbernische Gesetzesinitiative zur Jurafrage. Nicht nur der alte (= nichtjurassische) Kantonsteil des Kt. Bern lehnt das Begehren ab, sondern mit 52% Nein-Stimmen auch der Berner Jura. Die drei nördlichen Bezirke des Berner Jura, Porrentruy/Pruntrut, Delémont/Delsberg und Franches-Montagnes/Freiberge stimmen mit mehr als 2:1 JA, während der Süden massiv verwirft (Bezirke Moutier, Courtelary, La Neuveville). Auch das katholische und deutschsprachige Laufental verwirft. Die Stimmen im Bezirk Moutier sind entsprechend den Konfessionsgrenzen (katholisch/protestantisch) geteilt.

Das Resultat ist eine Niederlage für den Rassemblement jurassien. Béguelin (Rassemblement jurassien) führt das negative Resultat im Südjura auf die zahlreichen nichtjurassischen deutschsprachigen Zuwanderer zurück. Béguelin setzt neue Akzente und betont nun nicht mehr so sehr die gemeinsame frühere Geschichte des Juras, sondern vielmehr die französische Sprache und das jurassische Volk (éthnie). Es soll in einer künftigen Abstimmung eine Mehrheit für einen neuen Kanton in folgender Weise zustandekommen: Die Einwanderer aus der Deutschschweiz, die nicht zum "peuple jurassien" zu zählen seien, sollen nicht mehr entscheiden können über die Bildung eines neuen Kantons; hingegen sollen (die nicht mehr im Berner Jura niedergelassenen) französischsprachigen Auswanderer aus dem Jura ("jurassische Diaspora") das Stimmrecht erhalten.

1960-1973

1960

24. Apr. 1960 Nachwahl des Interlakener Tierarztes Hans Tschumi (SVP) (cf. Affaire Moeckli) in den Regierungsrat. Aus Protest wurde von den Separatisten der Zentralsekretär des Rassemblement Jurassien, André Francillon, als Gegenkandidat aufgestellt.

Bei den Regierungsratswahlen schlägt die BGB/SVP Hans Tschumi als Regierungsrat vor. Dieser war bei der Affäre Moeckli beteiligt und verhinderte dessen Wahl zum Baudirektor (mit Hinweis auf angebliche mangelnde deutsche Sprachkenntnisse Moecklis). Der Separatismus im Jura erhält Auftrieb.


4. Sept. (13e Fête du peuple jurassien) Rassemblement Jurassien kündet vier neue Volksbegehren an: (1) Schaffung eines jurassischen Strassenverkehrsamtes in Tavannes (2) Einrichtung eines landwirtschaftlichen Musterhofes in den Freibergen (3) Abschaffung der Wahlvollmachten bei Abstimmungen, ersatzweise Einführung der Briefwahl (4) Initiative auf Partialrevision des Kantonalen Steuergesetzes (Erhöhung der steuerlichen Freibeiträge für Familien um 200.- Fr.)

1961

Der Rassemblement jurassien lädt zum jährlichen Fest des jurassischen Volkes im Sept. in Delsberg erstmals Presseattachés von ausländischen Botschaften ein sowie Delegationen aus dem französischsprechenden Teil Belgiens (Wallonien), aus dem Québec (französischsprachige Provinz Kanadas) und aus dem Aostatal (französischsprachige Minderheit in Italien). Damit soll die Jurafrage internationalisiert werden.

1962

1962ff. Der anonyme "Front de Libération du Jura" macht durch Anbringen von Parolen auf Strassensignalisationen, dann durch Brandstiftungen und Sprengstoffanschläge von sich reden. Details *vgl. JSW-Seite Schwarzbuch.

27. Mai 1962: Drei neue kantonalbernische Initiativen des Rassemblement jurassien (mit Forderungen von Verbesserungen zugunsten des Jura) werden abgelehnt (Strassenverkehrsamt Tavannes; Musterhof Freiberge; Abschaffung der Wahlvollmacht).

1962: Eidgenössische Atomwaffeninitiative


Gründung der separatistischen Jugendgruppe Bélier (=Widder/Sturmbock), mit 16-30jg. Mitgliedern, die am alljährlichen Fest des jurassischen Volkes im Sept. in Delémont teilnehmen und propagandistisch, oftmals provokativ, tätig sind zugunsten eines neuen Kantons Jura.

Die antiseparatistische Jugendgruppe tritt auf unter dem Namen Sanglier (=Wildschwein).

Ausserhalb des Kantons Bern formieren sich Gruppen von Jurassiern, die mit dem Separatismus sympathisieren oder diesen bekämpfen. Auch entsprechende Frauengruppen werden gegründet. (Separatisten: Association des Amis du Jura libre/Genève; Association des Jurassiens; Association féminine de défense du Jura. - Probernisch-antiseparatistisch: Association des Jurassiens bernois de l'extérieur; Groupe féminin de Force démocratique).

Ausschluss von Roland Béguelin aus der kantonalbernischen Sozialdemokratischen Partei.

9.9. 1962 15. Fête du Peuple. Der in Lausanne wohnhafte Oberleutnant Romain Berberat hält (in Zivil gekleidet) als Sprecher der "Jurassiens de l'extérieur" eine offizielle Rede. Auf Intervention der Bernischen Regierung beim zuständigen Divionskommandanten Godet hin wird Berberat aus dem Berner Jura zu einer Neuenburger Einheit strafversetzt. Schweizer Presse verurteilt vielfach die Berner Regierung, als diese Tatsache bekannt wird.

1963

13. Aug.: Rede von BR Friedrich T. Wahlen am Marché-Concours (Niklaus von der Flüe als Vorbild gelobt), den er mit dem Berner Regierungsrat Dewet Buri besucht. Cf. Joset 1967:62 u. 104f. (Wortlaut einer Erklärung des FLJ, welche dieser, nach Angaben Josets, Bundesrat Wahlen zukommen liess).

Sept.: Ein "Comité de vigilance démocratique" (Roland Stähli, Eric Dellenbach) verlangt die militärische Besetzung der Freiberge, das Verbot des "Jura libre" sowie die Amtsenthebung separatistischer Lehrer.

November: 3. Weissbuch der Berner Regierung zur Jurafrage "Ueber die Entwicklung der Beziehungen des Staates Bern zu seinem jurassischen Landesteil".

Formierung der Députation jurassienne (jurassische Abgeordnete im Grossen Rat = Kantonsparlament Kt. Bern). Die Députation besteht aus Separatisten, Antiseparatisten und Gemässigten der "Troisième force".

1964

30. Aug.: Gedenkfeiern zur Mobilisation beim Ausbruch des 1. und 2. Weltkrieges (1914: 50 Jahre; 1939: 25 Jahre). Eine Feier mit Veteranen ist zufüssen des Denkmals La Sentinelle (im Volksmund: le Fritz) auf dem Col des Rangiers geplant. Die Feier, an welcher Bundesrat Paul Chaudet und Regierungsrat Virgile Moine als Redner auftreten sollen, wird gestört von Separatisten und zahlreich aufmarschierten Béliers (Lieder, Pfeifen, Buhrufe, Androhung körperlicher Gewalt). Das Rassemblemnt jurassien hatte zuvor die Feier als Provokation bezeichnet, da der Organisator und zwei Redner bei der Affäre Berberat und beim Waffenprojekt beteiligt gewesen seien.

Expo 1964 Lausanne (Schweizerische Landesausstellung): Das Rassemblement jurassien verlangt einen eigenen Kantonstag, dann die paritätische Beteiligung am Berner Kantonstag. Als dies verweigert wird, beschliesst Rassemblement Jurassien eine Kundgebung in Lausanne, die aber von den Behörden verboten wird. Schliesslich ruft der Rassemblement Jurassien zum Boykott der Expo 1964 auf.

Vier junge Separatisten aus Courfaivre werden im Zusammenhang mit den Anschlägen des FLJ verhaftet und fast 2 Monate lang ohne Anwalt in Haft gehalten. Sie erweisen sich als unschuldig ("les innocents de Courfaivre"). Der FLJ verlangt ihre Freilassung und legt einen Sprengsatz bei Studen auf der Bahnstrecke Bern-Biel. Durch glücklichen Zufall wird niemand verletzt. Nach dem erneuten Legen einer Plasitkbombe in Delémont wird das Terroristentrio des FLJ schliesslich gefasst und von der Polizei verhaftet.

1965

Bern feiert das 150-jg. Jubiläum der durch die Vereinigungsurkunde am Wiener Kongress beschlossenen Vereinigung des Kantons Bern mit dem Jura. Gegenkundgebungen werden untersagt. Die Berntreuen feiern v.a. die Combourgeoisies/Verburgrechtungen mit Bern(vgl. JSW-Seite Burgrechtsverträge/Traités de combourgeoisie). Das separatistsische Rassemblement jurassien hingegen begeht einen Trauerumzug und lässt allen ehem. Siegermächten von 1815 (inkl. der Sowjetunion) ein Memorandum zukommen, dass der Rassemblement Jurassien die Vereinigungsurkunde als null und nichtig erachte.


25. Jan. "17-Punkte-Programm" der jurassischen Deputation zuhanden der Berner Regierung veröffentlicht; die Begehren werden an eine Expertenkommission überwiesen, die feststellt, die Begehren könnten im Rahmen der gültigen Verfassung nicht realisiert werden.

Nov.: Ein weiteres Duo nennt sich FLJ, begeht Brandstiftung bei zwei Hotels und einige Sprengstoffattentatsversuche. Schliesslich können die Täter gefasst werden: Der Täter Jean-Baptiste Hennin entkommt beim Strafvollzug jedoch aus der psychiatrischen Klinik Marsens (FR) und flieht nach Frankreich, wo die Gerichte seine Auslieferung an die Schweiz verweigern.

1966

Mai: Der Bund verzichtet auf die Realisierung eines Pferdezentrums in den Freibergen.

Regierungsrat Simon Kohler tritt für den Dialog ein.

1967

17. März: Der Berner Regierungsrat lässt durch eine "Kommission der 24" (je 12 Sachverständige aus beiden Kantonsteilen) die Möglichkeiten einer verstärkten jurassischen Selbstverwaltung prüfen. Der Rassemblement Jurassien lehnt eine Mitarbeit in der Kommission der 24 ab.

Ein Sonderstatut für den Jura oder ein Plebiszit stehen zur Diskussion.

Regierungsrat Ernst Jaberg befürwortet ein Plebiszit.

Verschiedene antiseparatistische Politiker erhalten Drohbriefe (von der Feder des FLJ-Mannes Boillat ?).

1968

8. Mai: Militante Separatisten deponieren ihre Militärausrüstung in Bern ("objecteurs-patriotes/Patriotische Militärdienstverweigerer").

16. Juli: Bundesrat ernennt "Commission confédérée de bons offices pour le Jura/Kommission der guten Dienste" (les quatre Sages/Vier Weisen), präsidiert von Alt-Bundesrat Max Petitpierre und mit den weiteren Mitgliedern Fritz-Traugott Wahlen, Pierre Graber und Raymond Broger. Sie bemüht sich um Vermittlung und Lösungsvorschläge.

1969

13. Mai: Erster Bericht der "Commission confédérée de bons offices pour le Jura" (zu Autonomiestatut und Modalitäten einer Volksabstimmung/Plebiszit)


18. Aug.: Mouvement pour l'Unité du Jura (MUJ) = Dritte Kraft/Troisième Force befürchtet Spaltung des Jura und setzt sich für Jurastatut ein (hauptsächlich freisinnige Mitglieder).

Sept. und Dez.(2. Lesung): Zusatz zur Staatsverfassung (additif constitution) im Berner Grossen Rat (Parlament) beraten und angenommen.


1970

Wahl Grabers zum Bundesrat, neu zur "Commission confédérée de bons offices pour le Jura" werden ernannt Sandoz (NE) und Bezzola (GR), die Kommission zählt nun 5 Weise bis zu ihrer Auflösung Ende 1975.

1. März Kant. Volksabstimmung über den Zusatz zur Staatsverfassung des Kt. Bern (90'369 JA: 14'086 NEIN). = Dispositions constitutionnelles relatives au Jura.

  • Der Verfassungszusatz räumt den sieben jurassischen Amtsbezirken das Recht ein, selber über ihre politische Zukunft zu entscheiden. Eine Reihe von Volksbefragungen soll ergeben, ob der Gesamtjura oder einzelne seiner Gebiete einen neuen Kanton bilden, sich einem Nachbarkanton anschliessen oder bei Bern verbleiben wollen.

Mit der Annahme des Verfassungszusatzes wird der Weg frei zum Autonomiestatut und zur "Abstimmungskaskade", deren Details zu regeln sind.

Separatistische Thesen zur Stimmberechtigung im Berner Jura bei einem Plebiszit (cf. Gutachten des Oesterreichers Veiter zuhanden des Rassemblement Jurassien, im Widerspruch zu Art. 43 BV). zit. Gasser 1978: "Ils (sc. les chefs séparatistes) invoquaient, depuis septembre 1970, pour défendre cette thèse, les avis d'experts autrichiens; cette doctrine, au service du pangermanisme, avait pour but d'exclure pendant quatre-vingt-dix ans des familles d'immigrés de tout droit d'autodétermination: les Italiens du Tyrol du Sud jusqu'en 2009 et les Polonais de l'est de la ligne Oder-Neisse même jusqu'en 2035. Face à la désagréable réalité des règles démocratique suisses, on fuyait ainsi dans la fantasmagorie." vgl. Veiter, J.: Le droit de libre disposition du peuple jurassien. Wien/Stuttgart: Braunmüller 1971.

Nov.: Manifest des MUJ gegen ein voreiliges Plebiszit.


1971

7. Febr.: Das Frauenstimmrecht in der Schweiz (Stimm- und Wahlrecht) wird durch eine eidgenössische Abstimmung eingeführt.

3. Sept.: 2. Bericht der Kommission Petitpierre (Eine Realisierung des Jurastatuts zeitlich vor einem Plebiszit ist nicht mehr erforderlich. Zur Frage der Stimmberechtigung bei einem Plebiszit: Die Forderungen des Rassemblement Jurassien werden als verfassungswidrig zurückgewiesen).

12. Dez.: Volksabstimmung zur Abänderung von Art. 3 und Art. 13 der Staatsverfassung des Kantons Bern: Einführung des Frauenstimm- und –wahlrechtes in kantonalen Angelegenheiten (Annahme zu 82.9%).

12. Dez.: Volksabstimmung zur Abänderung des Gesetzes über das Gemeindewesen: Einführung des obligatorischen Frauenstimm- und Wahlrechts in Gemeindeangelegenheiten (Annahme zu 76%).


1972

12. Sept.: Bericht des Regierungsrates des Kt. BE an den Grossen Rat über Regionalisierung (Création de régions et l'aménagement du statut du Jura).

1973

Regierungsrat Jaberg am Marché-Concours (Béliers)

November: Der Grosse Rat behandelt den Bericht des Regierungsrates zum Juraproblem vom 12. Sept. 1972 (Regionalisierung und Jurastatut).

18. Dezember: Der Regierungsrat des Kt. Bern setzt den Verfassungszusatz in Kraft und bestimmt den 23. Juni 1974 als Datum des Plebiszits im Berner Jura

Antiseparatistische Jugend formiert sich als "Sangliers" (Wildschweine)

1974-1978

1974

März: "Force démocratique" als Dachorganisation der berntreuen Antiseparatisten

Mai: Parolenfassung des Rassemblement Jurassien zum kommenden Plebiszit: Die JA-Parole der Basis setzt sich durch, während ein Teil der Führung eher für einen Boykott eintreten möchte. Vgl. Rassemblement Jurassien (Président: Germain Donzé; Secr. général: Roland Béguelin): Message aux citoyens et citoyennes du Jura, plébiscite des 22 et 23 juin 1974 (Votez oui) (pdf).

Mai: Wahlen für den Grossen Rat des Kt. Bern.

23. Juni: (1) Erste Volksabstimmung (in den 7 Bezirken des Berner Jura) der "Plebiszitkaskade": Gesamtjura (Voulez-vous constituer un nouveau canton ?). Der Gesamtjura entscheidet sich knapp mit 52%:48% für die Schaffung eines eigenen 23. Schweizer Kantons. Der Nordjura stimmte eindeutig zu; der Südjura und das Laufental lehnten ebenso klar ab.

  • Details zu Abstimmungsresultaten/Dict. du Jura (Karten anklicken !) [1]

August: Unter Leitung von Geneviève Aubry-Moine wird die Frauenorganisation "Groupement féminin de Force démocratique" (GFFD) gegründet, welche die Frauen für die antiseparatistische Bewegung im Hinblick auf die bevorstehenden Plebiszite mobilisieren soll (1971: Einführung des Frauenstimmrechts in der Schweiz).

Dezember: Auflösung der "Députation jurassienne", die sich neu formiert unter dem Namen "Députation du Jura bernois et de Bienne romande".

1975

Im Hinblick auf das 2. Plebiszit verhärten sich die Fronten und es kommt zu Konfrontationen und Krawallen.

16. März: (2) Zweite Volksabstimmung der "Plebiszitkaskade": Amtsbezirke. Die drei Amtsbezirke Moutier (96% Stimmbeteiligung), Courtelary (93% Stimmbeteiligung) und La Neuveville (91,5% Stimmbeteiligung) entscheiden sich mit 65%:35% für den Verbleib beim Kanton Bern.

Als Abstimmungsresultat resultiert das (vor allem von den Separatisten und Autonomisten bedauerte) Auseinanderbrechen (éclatement) des Jura ("der zerrissene Jura").

Im Vorfeld dieser Abstimmung kommt es zu mehreren Krawallen. (cf. JSW-Seite Krawalle in Moutier und Tavannes). Nach der Abstimmung kommt es in Moutier zu Strassendemonstrationen der Autonomisten und zum Einsatz von Polizeigrenadieren. Das Polizeibüro in Moutier wird angezündet. In der Stadt Moutier haben sich die Berntreuen von 49% (23. Juni 1974) auf 53% im 2. Plebiszit (16. März 1975) verbessert. Vor dem 3. Plebiszit vom 7. Sept. besetzen die Autonomisten in Moutier die Strassen.

vgl. Force démocratique zu den Ausschreitungen in Moutier vom 1.-7. Sept. 1975.

April: In Tavannes bekämpfen sich die Autonomisten und die Antiseparatisten und es kommt zu Ausschreitungen. 7. Sept./14. Sept.: (3) Dritte Volksabstimmung der "Plebiszitkaskade": Gemeinden. Die Grenzgemeinden können sich für einen Verbleib beim Kanton Bern oder einen Anschluss an den neuen Kanton Jura aussprechen.

  • 8 Gemeinden des früheren Amtsbezirkes Moutier schliessen sich dem neuen Kanton JU an:
    • am 7. Sept.:
      • Châtillon
      • Corban
      • Courchapoix
      • Courrendlin
      • Les Genevez
      • Rossemaison
    • am 14. September:
      • Mervelier
      • Lajoux
  • aus dem Amtsbezirk Delémont lösen sich:
    • Rebévelier (zum Bezirk Moutier BE)
    • Roggenbourg (19. Okt. 1975) (zu Bezirk Laufen BE, später Laufen BL)
  • beim Kt. BE bleiben:
    • Grandval
    • Perrefitte
    • Schelten/ La Scheulte
    • Moutier (Die Autonomisten erzielen am 7. Sept. 1975 46%, am 16. März 1975 waren es 47%).
  • Details zu Abstimmungsresultaten/Dict. du Jura (Karten anklicken !) [2]

P.S. Da der 14. Sept. 1975 der Tag des (autonomistischen) "Festes des jurassischen Volkes/Fête du peuple jurassien" ist, erlaubt man den Gemeinden, den Abstimmungstermin auf Wunsch um eine Woche auf den 7. Sept. 1975 vorzuverschieben.(Ganguillet 1998:182).

14. Sept.: Der Amtsbezirk Laufen bestätigt mit 94%:6% den Verbleib beim Kanton Bern, "unter Vorbehalt der Anschlussmöglichkeit an einen benachbarten Kanton".

14. Sept.: Die Gemeinde Vellerat (die sich dem neuen Kanton anschliessen möchte), organisiert ein wildes Plebiszit, das jedoch nicht anerkannt wird. Später wird sich Vellerat trotzdem dem neuen Kt. Jura anschliessen können.

26. Okt.: Die Gemeinde Ederswiler (die beim Kt. Bern bleiben will) organisert ein wildes Plebiszit, das jedoch nicht anerkannt wird. Noch heute ist Ederswiler die einzige deutschsprachige Gemeinde im Kt. Jura.

1976

März: Wahl einer verfassungsgebenden Versammlung (Konstituante) von 50 Mitgliedern durch die Stimmberechtigten des zukünftigen Kantons Jura.

23. Juni: Die Berner Regierung beschliesst, die Jurafahne nicht mehr offiziell anzuerkennen.

1977

Frühling: Die Berner Regierung beantragt, die Bezeichnung "jurassisches Volk" in der Berner Verfassung zu streichen; der Grosse Rat folgt diesem Antrag am 28. März 1977.

März: Annahme der neuen Verfassung von Republik und Kanton Jura (République et Canton du Jura) mit 27'061 (82,5%) JA gegen 5'744 (17,5%) NEIN. Stimmbeteiligung 79,7 %.

16. April: 1'000 Polizisten aus der ganzen Schweiz schliessen Moutier ab, um eine autonomistische Kundgebung zu verhindern (Rennwald 1984:155).

Mai: Der Grosse Rat des Kt. Bern befürwortet die Wahl des Regierungsrates durch das Volk.

Sept.: Gewährleistung der neuen Verfassung des Kt. Jura durch die eidgenössischen Räte gemäss Art. 6 BV, mit Ausnahme des umstrittenen Wiedervereinigungsartikels Art. 138 = gemilderte Form des früheren Art. 129. Art. 138 wird von der Berner Regierung abgelehnt.

Zwischen dem Kanton Bern und dem künftigen Kt. Jura laufen Verhandlungen über die komplexe Frage der Güterausscheidung (finanzielle Regelung der Trennung)

Dezember: Grosser Ratdes Kt. Bern berät über Verfassungsänderung und "Loi sur les droits de coopération du Laufonnais".

1978

26. Febr.: Verfassungsteilrevision vom Berner Stimmvolk gutgeheissen.

März: Verabschiedung der notwendigen eidgenössischen Verfassungsänderungen durch die eidgenössischen Räte (Art. 1 und 80 BV). Empfehlung zur Annahme durch das Schweizervolk.

Juni: Die Laufentaler ermächtigen ihre Behörden, mit den Nachbarkantonen Solothurn SO, Basel-Stadt BS und Basel-Land BL über Anschlussfragen zu verhandeln.

24. Sept.: Anerkennung des neuen Kt. Jura JU durch Volk und Stände der Schweiz. Eidgenossenschaft (Annahme der abgeänderten BV- Art. 1 und 80): 1'309'722 (82,3%) JA, 281'917 (17,7%) NEIN.

Nov.: Wahl des Parlamentes (60 Mitglieder) und der Regierung (5 Mitglieder) im Kt. Jura JU.

1979-1993

1979

1. Jan. Erster Tag der kantonalen Souveränität des neuen Schweizer Kantons Jura

11. Mai: "Affäre vom 11. Mai 1979" betr. Auftritt von Bunderat Kurt Furgler im Jura. Die vorgesehene Feier zur Ehre des neuen eidgenössischen Kantons mit Vertretern des Bundes und der Kantone wird abgesagt (wegen Vorbehalten des Rassemblement Jurassien und der Béliers); Etienne Philippe demissioniert deswegen aus dem Rassemblement Jurassien, ebenso ziehen sich zwei jurassische Regierungsräte aus dem Comité directeur des Rassemblement Jurassien zurück.

1980

16. März: Delegiertenversammlung des Rassemblement Jurassien im Hôtel Ours in Cortébert (Kt. Bern) führt zu schweren Krawallen

Juni: 2000 militante Autonomisten organisieren einen Marsch nach Vellerat.

10. Juli: Conférence tripartite zu Vellerat (und Ederswiler).

August: Bélier besetzt Maison communale von Vellerat.

1981

Nochmals tripartite Konferenz zu Vellerat. Der Rassemblement Jurassien verweigert den "Handel" Vellerat gegen Ederswiler.

1982

7. März: Volksabstimmung im Kt. Jura zur Transjurane

5. Dezember: Die Autonomisten gewinnen bei den Gemeindewahlen in Moutier die Mehrheit (52%).

1983

Vellerat (30. Juni 1993: Berner Regierungsrat beschliesst, die Gemeinde Vellerat den Kanton wechseln zu lassen, vom Kt. Bern zum Kt. Jura; seit dem 1. Juli 1996 gehört Vellerat zum Kt. Jura); cf. ausführlich Ruch 2001:343ff.

Ederswiler (deutschsprachige Gemeinde im Kt. Jura, möchte den Kanton wechseln; bis heute ist diese Gemeinde die einzige deutschsprachige im Kt. Jura)

11. Sept.: Das Laufental beschliesst mit 4'675 JA gegen 3'575 NEIN beim Kt. Bern zu bleiben und sich nicht dem Kt. Basel-Landschaft anzuschliessen (93% Stimmbeteiligung).


1984

Die "Délégation aux affaires jurassiennes" (aus Bundesräten bestehend) wird aufgehoben.

April: Vierte und letzte Serie von Verträgen über die Güterausscheidung zwischen dem Kt. Bern und dem Kt. Jura unterzeichnet.

25. Aug.: Enthüllungen des Berner Finanzrevisors Rudolf Hafner ("Berner Finanzskandal")

  • cf. Link Digi-Bern, Beat Junker zur "Berner Finanzaffäre" [3]

1985

Spätsommer: BUK (Besondere Untersuchungskommission) legt ihren abschliessenden Bericht vor (Berns "schwarze Kassen")

10. Juni: Beschluss des National- und Ständerates, keine Amnestie für jurapolitisch motivierte Straftaten zu gewähren

1986

Mai: Berner Kantonalwahlen. Bei den Regierungsratswahlen verlieren die Freisinnigen (nachdem sie auf eine Listenverbindung mit der SVP verzichtet hatten) beide Sitze an die Freie Liste. Geneviève Aubry-Moine wird (nach jeweils glänzenden Wahlresultaten als Nationalrätin) vom unbekannten Benjamin Hofstetter geschlagen, der nun als Regierungsrat den Berner Jura vertritt.

14. Okt.: Zerstörung des Stadtberner Gerechtigkeitbrunnens (Pascal Hêche, "Bélier"); Hêche wird zu einer Haftstrafe von 22 Monaten und einer Geldstrafe von 200'000 Fr. verurteilt; der Kassationshof des Bundesgerichtes lehnt Hêches Beschwerde am 20. Dez. 1991 ab; zum Strafvollzug vgl. Ruch 2001:254ff.

Dez.: Veröffentlichung des "Weissbuches" der jurassischen Regierung (La question jurassienne, une question suisse)in deutscher und französischer Sprache; Replik des Berner Regierungsrates

1987


1988

Jan.: Der Film "Der Schweizer Terrorist" von Filmemacher Christian Iseli wird an den Solothurner Filmtagen gezeigt

11. Sept.: Der Rassemblement Jurassien stellt am 41. Fête du peuple jurassien die UNIR-Initiative (Kt. Jura) vor; das schweiz. Bundesgericht annulliert am 17. Juni 1992 die Initiative und den daraus resultierenden Gesetzesentwurf, cf. BGE 118 I, S. 207f.; das jurassische Parlament nimmt das aus der Initiative hervorgehende Gesetz dennoch an (42 JA; 12 NEIN; 3 Enthaltungen).

November: Der Rassemblement Jurassien lanciert die Initiative UNIR zur Wiederherstellung der Einheit des gespaltenen Juras.

20. Dez.: Das Bundesgericht entscheidet, dass die Abstimmung vom 11. Sept. 1983 über die kantonale Zugehörigkeit des Laufentals wiederholt werden muss (aufgrund einer Klage von Heinz Aebi/Laufentaler Bewegung).


1989

Mai: Stadtbehörden von Moutier, wo die separatistische Bewegung eine Mehrheit erlangt, wollen Ablösung vom Kt. Bern vorantreiben und verlangen eine Wiederholung der Volksabstimmung vom 23. Juni 1974; die jurassische Regierung solle dazu die notwendigen Massnahmen ergreifen. cf. Ruch 2001:364ff.

14. Juni: Erster jurapolitischer Bericht der Regierung des Kt. Jura

1990

21. Juni: Zweiter jurapolitischer Bericht der Regierung des Kt. Jura


1991

700-Jahrfeier der schweizerischen Eidgenossenschaft (CH-91); Regierung des Kt. Jura beschliesst Teilnahme, der Rassemblement Jurassien ruft jedoch zum Boykott auf. Béliers besprühen die Wände am Amtsitz der jurassischen Regierung mit Slogans (Jurassiens - oui, Suisses - non; UNIR; CH-91, jamais)

23. Sept.: Der Gemeinderat von Moutier verlangt den Anschluss der Gemeinde an den Kt. Jura.

1992

9. März: Der Bundesrat ernennt eine "Commission consultative" aus 5 Mitgliedern: Präs. Sigmund Widmer (LDU, ZH), zwei vom Kt. Bern ausgewählte alt-Regierungsräte (Bonnard, lib., VD und Blanc, SVP, VD) und zwei vom Kt. Jura ausgewählte alt-Regierungsräte (Fontenet, PDC, Genève und Comby, PLR, VS).

17. Juni: Das Parlament des Kt. Jura heisst in erster Lesung "Loi sur l'unité du Jura" gut, die auf die Initiative UNIR zurückgeht. Im Sept. wird eine moderatere Version des Gesetzes in 2. Lesung gutgeheissen.

1993

6./7. Jan.: Der "Bélier" Christophe Bader wird in der Berner Altstadt unweit des Gerechtigkeitsbrunnens durch eine (wohl versehentlich selbst ausgelöste) Explosion seines Sprengstoffes getötet.

Bombenexplosion in Courtelary.

7. April: Publikation des Berichts der Commission consultative/"Rapport Widmer". U.a. Vorschlag der Schaffung eines neuen Kantons Jura mit zwei Halbkantonen (Nordjura = jetziger Kt. Jura/Südjura = jetziger Berner Jura).

1994ff.

1994

25. März: Abkommen/Accord zwischen Bundesrat, Regierung Kt. Bern und Regierung Kt. Jura. Die Jurafrage ist politisch, auf dem Wege des interkantonalen Dialogs, beizulegen. Kernstück ist die Einsetzung einer "Assemblée interjurassienne" (AIJ). U.a. auch Bereitschaft zum Verzicht auf das UNIR-Gesetz.

1998

28. Nov.: In einer Konsultativabstimmung lehnt die Stadt Moutier den Uebertritt zum Kt. Jura (knapp) ab (1932 Nein; 1891 Ja).

Artikel

Links

Diverse WWW-Links zur Jurafrage

Historisches Lexikon der Schweiz/Dictionnaire historique de la Suisse: Artikel (franz./deutsch) zur Jurafrage

N.B. Die digitale Ausgabe des Historischen Lexikons der Schweiz [23] folgt dem Alfabet und ist noch nicht abgeschlossen; die endgültigen Artikel erscheinen in den Bänden der gedruckten deutschen, französischen und italienischen Ausgabe, die im Erscheinen begriffen sind. vgl. die gedruckten Bände zum Stichwort Jura.

  • Kt. Jura/Ct. du Jura franz. [24] und deutsch [25]
  • Berner Jura/Jura bernois franz. [26] und deutsch [27]
  • Jurafrage/Question jurassienne franz. [28] und deutsch [29]
  • Jura (Region) franz. [30] und deutsch [31]
  • Moeckli-Affäre franz. [32] und deutsch [33]
  • Moeckli, Georges franz. [34] und deutsch [35]
  • Béguelin, Roland franz. [36] und deutsch [37]
  • Moine, Virgile franz. [38] und deutsch [39]
  • Aubry, Geneviève franz. [40] und deutsch [41]
  • Jaberg, Ernst franz. [42] und deutsch [43]
  • Force démocratique franz. [44] und deutsch [45]

Dictionnaire du Jura.ch: Artikel zur Jurafrage (franz.)

Dictionnaire du Jura.ch [46]

  • Art. Question jurassienne (votations) [47]
  • Art. Jura bernois, le (1863-1998)[48]
  • Art. Commission confédérée de bons offices pour le Jura (CBO) [49]
  • Art. Comité de Moutier [50]
  • Art. Séparatisme jurassien [51]
  • Art. Mouvement séparatiste jurassien [52]
  • Art. Rassemblement Jurassien [53]
  • Art. Jura libre [54]
  • Art. Groupe Bélier [55]
  • Art. Schaffter, Roger [56]
  • Art. Antiséparatisme [57]
  • Art. Union des patriotes jurassiens [58]
  • Art. Force démocratique [59]
  • Art. Groupe Sanglier [60]
  • Art. Aubry, Geneviève [61]
  • Art. Ory, André [62]
  • Art. Stähli, Roland [63]
  • Art. Mouvement pour l'unité du Jura [64]
  • Art. Conseil du Jura bernois [65]
  • Art. Groupe Avenir [66]
  • Art. Assemblée interjurassienne AIJ [67]
  • Art. Kohler, Simon franz. [68] und deutsch [69]

DigiBern

  • Junker, Beat: Geschichte des Kantons Bern seit 1798. Band III: Tradition und Aufbruch 1881-1995 (digibook) [70] siehe: 4. Teil, Kp. 1-3 (Die Trennung des Nordjuras vom Kt. Bern [71]; Die Finanzaffäre [72]; Der Kantonswechsel des Laufentals [73] ) nur in deutscher Sprache
  • DigiBern, Digitalisierte Publikationen zu Bern, Portal (deutsch, franz. engl.) [74]

Bibliographie zur Jurafrage

  • pdf Bibliographie Question jurassienne [75] zu: Pichard 2004.
  • Aubry 1977a: Aubry, Geneviève: Jura - Le temps des imposteurs. Tavannes: Agecopresse (1977).
  • Aubry 1977b: Aubry, Geneviève: Jura - Die Kehrseite der Medaille. Tavannes: Agecopresse 1977.
  • Boillat 1998: Boillat, Marcel: Signé FLJ. Sans morts, l'émergence d'un état. Lausanne: Favre 1998. ISBN 2-8289-0610-1
  • Chatelain, , Emma: "Nous sommes des hommes libres sur une terre libre". Le mouvement antiséparatiste jurassien (1947-1975), son idéologie et ses relations avec Berne. Neuchâtel: Éditions Alphil 2007 (= Cahiers d'études historiques.6). ISBN 978-2-940235-35-3 vgl. Zusammenfassung Chatelain 2007
  • Ganguillet 1998: Ganguillet, Gilbert: Le conflit jurassien. Genèse et trajectoire d'un conflit ethno-régional. Zürich: Bokos Druck 1998 (= Thèse Univ. de Zurich, Faculté des Lettres).
  • Gasser 1977: Gasser, Adolf: Der Jura und der Kanton Bern. Laufen: Buchdruckerei Volksfreund 1977.
  • Gasser 1978: Gasser, Adolf: Berne et le Jura (1815-1965). Version française revue par l'auteur. Bern: Impr. Fédérative SA 1978.
  • Girard 1977: Girard, Benoît: Renaissance d'un état. De l'Evêché de Bâle au canton du Jura. Porrentruy: Éditions Naïade 1977.
  • Gogniat 2005: Gogniat, Emanuel: Aux racines du patriotisme. Affaire de la place d'armes des Franches-Montagnes et Question jurassienne (1956-1976). Préface de François Walter. Courrendlin: Éditions Communication jurassienne et européenne (CEJ) 2005. ISBN 2-940112-14-2
  • Hafner 1988: Hafner, Rudolf: Les caisses noires. Adaptation de la version originale allemande "Und keiner durfte das Maul auftun". Carouge/ Neuallschwil: Éditions Heuwinkel 1988. ISBN 3-9063 7309-2
  • Henecka 1972: Henecka, Hans Peter: Die jurassischen Separatisten. Eine Studie zur Soziologie des ethnischen Konflikts und der sozialen Bewegung. Meisenheim am Glan: Anton Hain 1972 (=Studia Ethnologica.3) ISBN 3-445-00942-2
  • Jb. NHG 1978: Jahrbuch der Neuen Helvetischen Gesellschaft / Annuaire de la Nouvelle Société Helvétique Jg. 49 (1978): Oui au canton du Jura - Ja zum Kanton Jura.
  • Jeanbourquin 1981: Jeanbourquin, Daniel: Jura souverain. Les premières autorités. Moutier: Éditions de la Prévôté 1981.
  • Joset 1967: Joset, Jean-Marie (u.a.): Histoire et procès du Front de Libération Jurassien. Delémont: Boéchat/ Soc. de secours en faveur des victimes de la lutte pour la patrie jurassienne 1967.
  • Kommission der 24. Bericht zur Jurafrage 1968. Biel: Schüler 1968.
  • Philippe 1978a: Philippe, Vincent: Le Jura République. 23e canton suisse. Photographies de Simone Oppliger. Lausanne: 24 heures 1978. ISBN 2-8265-0025-2
  • Livre blanc 1981: "Livre blanc" sur les relations entre le Rassemblement jurassien et les autorités suisses. Delémont: Rassemblement jurassien 1981.
  • Philippe 1978b: Philippe, Vincent: Republik Jura. Der 23. Kanton der Schweiz. Frauenfeld: Huber 1978. ISBN 3-7193-0624-0
  • Pichard 2004: Pichard, Alain: La question jurassienne. Avant et après la naissance du 23e canton suisse. Lausanne: Presses polytechniques et universitaires romandes 2004 (=Collection Le savoir suisse.16) ISBN 2-88074-575-6; cf. Le savoir suisse [76]
  • Prongué 1991: Prongué, Bernard: Le canton du Jura de A à Z. Porrentruy: Office du Patrimoine historique 1991.
  • Rennwald 1984: Rennwald, Jean-Claude: La question jurassienne. Préface de Jean Ziegler. Paris: Éditions Entente 1984. ISBN 2-7266-0070-0
  • Rennwald 1994: Rennwald, Jean-Claude: La transformation de la structure du pouvoir dans le Canton du Jura (1970-1991). Du séparatisme à l'intégration au système politique suisse. Préface de Hanspeter Kriesi. Courrendlin: Éditions Communication jurassienne et européenne (CEJ) 1994 (= Thèse Univ. de Genève, Faculté des sciences économiques et sociales 1993). ISBN 2-940112-00-2
  • Ruch 2001: Ruch, Christian: Struktur und Strukturwandel des jurassischen Separatismus zwischen 1974 und 1994. Bern: Paul Haupt 2001.
  • Schwander 1971: Schwander, Marcel: Jura - Ärgernis der Schweiz. Basel: Pharos 1971. ISBN 3 7230 0068 1
  • pdf Bibliographie Question jurassienne [77] zu: Pichard 2004.

Schwarzbuch: Gewalttätigkeit und Missachtung demokratischer Regeln in der Auseinandersetzung um den Kt. Jura / Berner Jura (in der Schweiz)

vgl. Seite Schwarzbuch. Ein etwas heikles Thema...

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