FLJ (Front de Libération jurassien)

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Inhaltsverzeichnis

FLJ-Terrorismus: Brandstiftung und Sprengstoffanschläge

Der Name FLJ wurde zu einer Zeit gewählt, als die Algerienfrage akut war und der algerische FLN (Front de Libération national)[1] sich für die Befreiung Algeriens von Frankreich einsetzte. International war es die Zeit, als der FLN vom Terroristen zum Verhandlungspartner internationaler Konferenzen aufrückte. Der FLN setzte Gewalt nicht nur gegen Sachen, sondern auch gegen Personen ein. Dagegen lehnte der FLJ Gewalt gegen Personen ab. Bevor das Trio Boillat, Joset und Dériaz als Urheber der Anschläge des FLJ verhaftet wurde, verdächtigte und verhaftete der zuständige Untersuchungsrichter zu Unrecht vier jüngere Leute aus Courfaivre ("les 4 innocents de Courfaivre"). Man vermutete auch Leute der OAS[2] hinter den Anschlägen. Roland Béguelin (Sekretär des RJ, Rassemblement jurassien) zeigte zeitweise Sympathien für den OAS, und sah die französischen Kolonialherren in Algerien hauptsächlich als Verbreiter der französischen Zivilisation.

Als Kuriosum sei erwähnt, dass Marcel Boillat während seiner Haftzeit im Gefängnis Bellechasse (in Sugiez, Gemeinde Bas-Vully FR/CH) den Franzosen Georges Watin zum Zellenmitinsassen hatte, der am 4. März 1963 durch ein französisches Militärgericht in absentia zu Tode verurteilt worden war, weil er als OAS-Mitglied am Attentat gegen de Gaulle in Petit-Clamart mitwirkte. Die Schweiz verweigerte die Auslieferung von Watin an Frankreich (nach Boillat 1998:77).

Die Motivation der Täter der Anschläge des FLJ geht aus den Erklärungen hervor, die Joset im Namen des FLJ verfasste und z.T. an Tatorten deponierte, z.T. an Zeitungsredaktionen sandte oder diesen sogar telefonisch mitteilte (eine Unvorsichtigkeit, die schliesslich zur Identifikation der Täter führte). Neben dem separatistischen Anliegen war die Motivation der Täter die damals aktuelle Affäre Berberat sowie die Frage der Errichtung eines Waffenplatzes in den jurassischen Freibergen durch das EMD (Eidgenössisches Militärdepartement). Der RJ hat in seinen Erklärungen den Einsatz legaler Kampfmittel befürwortet und Gewalt abgelehnt, hat sich aber nie explizit von den terroristischen Taten des FLJ distanziert.

Marcel Boillat umschreibt den Terrorismus wie folgt: "Le terrorisme est le seul moyen efficace d'intimidation dont dispose le faible. Celui-ci n'a la possibilité d'attirer l'attention de son adversaire qu'en utilisant l'effet de surprise. L'angoisse que l'on ressent lorsqu'on ne sait pas où s'effectuera le prochain attentat: telle est la base de l'action"(zit. Boillat 1998:43).

(Zum Auftauchen von RAF-Terroristen im Jura z.Z. der Ermordung Hanns Martin Schleyers cf. JSW-Seite Rudolf Flükiger 1977-1978: terrorisme dans le nord du Jura bernois ?)

Einleitung

Vandalismus: Marcel Boillat und Jean-Marie Joset begehen zuerst Schmierereien auf Strassenschildern mit dem Berner Kantonswappen, auf denen sie die Parole "FLJ" anbringen. Ebenso verschmieren sie das Soldatendenkmal La Sentinelle ("Le Fritz") auf Les Rangiers. Cf. JSW-Seite La Sentinelle (Les Rangiers).

Dann wenden sie terroristische Methoden an, um auf ihre separatistischen Ziele aufmerksam zu machen:

Entre septembre 1962 et mars 1964, plusieurs attentats (incendies de fermes notamment) en rapport avec la question jurassienne sont commis contre des intérêts bernois et fédéraux (DMF). Revendiquées par le FLJ, ces actions isolées, menées par trois personnes, frappent l'opinion publique. Leurs auteurs sont condamnés en mars 1966 par la cour pénale fédérale. Les deux principaux accusés (Marcel Boillat et Jean-Marie Joset) sont condamnés à huit et sept ans de réclusion.

A la faveur de ce procès, d'autres attentats signés FLJ sont commis. Leurs auteurs (Jean Hennin et Imier Cattin) sont rapidement arrêtés en juin 1966. Boillat et Hennin parviennent à s'évader et obtiennent l'asile politique en Espagne et en France.

zit. nach Historisches Lexikon der Schweiz Art. FLJ [3]

Vandalismus, Brandstiftungen und Sprengstoffanschläge (plasticage) des FLJ 1962-1964 (Boillat, Marcel; Joset, Jean-Marie; Dériaz, Pierre)

Les Auges

21. Oktober 1962: Incendie de la baraque militaire No 63 au lieu-dit "Les Auges", commune des Pommerats/ Brandstiftung an der Militärbaracke "Les Auges" in der Gemeinde Les Pommerats (Bezirk Franches-Montagnes)

Die hölzerne Militärbaracke brennt ganz nieder, bis auf das Wellblechdach und den Zementsockel, auf welchem die Täter in grossen roten Buchstaben gegen die Strassenseite hin die Parole "F.L.J. vive Berberat" anbringen (Joset 1967:37f.)

28. Febr. 1963: Der FLJ verschickt an diverse Zeitungsredaktionen die folgende Erklärung:

  • (1) Le F.L.J. (Front de Libération Jurassien) est un mouvement de résistance clandestin dont le but final est de redonner au Jura, par n'importe quel moyen, sa dignité et sa liberté.
  • (2) Il revendique le barbouillage (Beschmieren) des écussons bernois, de La Sentinelle des Rangiers et l'incendie de la baraque militaire de Goumois.
  • (3) Il est interdit à ses membres de faire partie du Rassemblement jurassien, mais il le soutient dans son combat pour le Jura.
  • (4) Il frappera dorénavant sans merci les traîtres, les parasites et les ennemis de notre Jura.
  • (5) Il lance un appel aux forces vives jurassiennes et suisses pour qu'elles le soutiennent dans son combat contre l'oppresseur.
  • (6) Il rejette d'ores et déjà la responsabilité de ses actes sur le gouvernement fantoche bernois dont la politique dictatoriale est incompatible avec les aspirations de notre peuple.
  • (7) Il regrette que les Confédérés aient considéré l'affaire de la Sentinelle des Rangiers comme un barbouillage, alors qu'il s'agissait de leur rappeler que l'écusson jurassien est suisse et que nous l'avons peint afin de leur lancer un appel.
  • Pour la liberté et dignité: Front de Libération Jurassien F.L.J.

zit. Joset 1967:90f., gemäss Anklageschrift Bundesanwaltschaft(Extrait de l'Acte d'accusation du Ministère public fédéral)

Bourrignon

26. März 1963: Incendie du baraquement militaire de Bourrignon au lieu-dit "Fin de Droit-Mont-Sur-Chaux"/ Brandstiftung an der Militärbaracke bei Bourrignon (Bezirk Delémont)

Diese Baracke, in Form eines Chalets, diente der Truppe als Theoriesaal und als Depot für Militärmaterial. In einem an diverse Zeitungen versandten Communiqué spricht der FLJ in irreführender Absicht von "incendie ... au moyen d'un nouveau dispositif d'incendie à distance"; tatsächlich wurde das Feuer von Hand mit Benzin und Zundhölzern gelegt.

Les Joux-derrière

26. April 1963: Incendie de la ferme des "Joux Derrière" (E 2573378, N 1234149), au lieu-dit "La Saigne à l'Aigle"/ Brandstiftung am Hof "Les Joux-derrière" (Fam. Gerber) bei Les Genevez (Bezirk Moutier)

Das Bauerngut wurde am 28. Jan. 1957 durch die Brüder David, Hans und Samuel Gerber dem Staat Bern verkauft, der es seinerseits im November 1962 der Eidgenossenschaft verkaufte. Zur Zeit der Brandstiftung durch den FLJ wurde das Bauerngut von der Familie Gerber bewirtschaftet. Brandschäden: Der Wirtschaftsteil des Hofes brannte ganz nieder, während die aus Tramelan eingetroffene Feuerwehr das separate Wohnhaus teilweise retten konnte. Der Bauer und dessen Sohn konnten sämtliches Vieh retten.

Am Tag nach der Brandstiftung werden in der Umgebung maschinengetippte Flugblätter mit folgendem Inhalt gefunden:

"Freiberger, Freibergerinnen, die Berner Regierung hat Euch in Zusammenarbeit mit dem EMD wie ein Stück Vieh verkauft. Sie hat Euer Land verkauft, um darauf ein trügerisches Pferdezentrum zu errichten. Aber Ihr, Ihr wisst, dass in abbsehbarer Zeit Atomraketen-Abschussrampen auf Eurem Boden erstellt werden. Ihr habt keine Möglichkeit, Euch rechtlich zu wehren. Aber Ihr seid nicht allein. Aus dem Willen des verletzten, verhöhnten Volkes ist der 'Front de Libération jurassien', FLJ, entstanden, der keine Mittel scheut, um Euch Eure Freiheit zu verteidigen. Heute geben wir Euch davon einen neuen Beweis durch die Zerstörung der verstaatlichten Besitzung 'Joux-derrière' durch die Zone 4. Bauern, Bäuerinnen, wir zählen auf Eure Unterstützung ! Für Freiheit und Würde ! Front de Libération Jurassien." zit. nach Henecka 1972:247f.; cf. Joset 1967:42f. u. 94.

Courtételle

11. Juli 1963: Diebstahl von Sprengstoff (cheddite/rhônite) beim Unternehmen Laurent Membrez (Delémont): Aus einer Baracke, au lieu-dit "Les Tunnels", Gemeinde Courtételle, wurden entwendet: env. 50 détonateurs électriques, env. 150 détonateurs No 8, env. 15 mètres de mèche (=Zündschnur) - le tout d'une valeur de cinquante francs. Joset 1967:99.

Sous-la-Côte

18. Juli 1963: Incendie de la ferme "Sous-la-Côte" (E 2574263, N 1235455)/Brandstiftung am Hof "Sous-la-Côte" bei Lajoux (Bezirk Moutier)

Der damals von der Familie Ernest Schlup bewirtschaftete Hof liegt auf dem Gebiet der Gemeinde Montfaucon, district des Franches-Montagnes. Wie der Hof "Les Joux-Derrière" wurde der Hof "Sous-la-Côte" im November 1962 vom Kanton Bern der Eidgenossenschaft verkauft. Beim Brandanschlag wurde der Wirtschaftsteil ganz zerstört und der Wohnteil schwer beschädigt. Nur der separate Schweinestall entging dem Feuer. Das Vieh befand sich bereits auf der Weide. Ein Stier und ein kleines Kalb konnten aus dem Stall gerettet werden.

Nach diesem Anschlag wird an verschiedene Schweizer Redaktionen ein Schreiben des FLJ versandt mit folgendem Inhalt:

"Der Brand des Bauernhofes 'Sous-la-Côte' durch die Operationszone 7 ist nicht ein Unglücksfall, sondern die Folge eines wohl aufgestellten Planes von systematischen Zerstörungen für so lange, als der Jura seine Unabhängigkeit nicht wiedergefunden hat. Der Front de Libération Jurassien macht es sich zur Aufgabe, das Unrecht zu rächen, das dem Jura durch die bernische Diktatur angetan wurde. So werden, wenn auch an erster Stelle das EMD getroffen wird, die nicht-assimilierten Berner nicht verschont bleiben und sie werden für ihre schändliche Haltung von 1959 gegenüber dem Land, das ihnen Gastfreundschaft gewährte, bezahlen müssen. Der Chef des Militärdepartements und die bernische Marionettenregierung tendieren durch ihr Stillschweigen und ihren Widerstand auf eine Kraftprobe hin. Sie werden sich bald gegenüber einem aufrechten Volk befinden, das seiner Befreiung entgegenschreitet..." zit. nach Der Bund, 25. 7. 1963, bei Henecka 1972:248; cf. Joset 1967:58 u. 102.

4. Sept. 1963: Déclaration No. 2 des FLJ: "Le Front de Libération jurassien

  • (1)- ne reconnaîtra que le Rassemblement jurassien - seul mouvement organisé, indépendant, représentant toutes les tendances politiques, religieuses, linguistiques et économiques jurassiennes - comme interlocuteur avec Berne;
  • (2)- restera secret jusqu'à la libération du Jura, afin d'obliger le gouvernement bernois à respecter la légalité et de mettre ses valets dans l'impossibilité de réaliser leurs desseins néfastes au Jura;
  • (3)- demande le droit pour tous les Jurassiens, où qu'ils se trouvent, de déterminer de l'avenir du Jura;
  • (4)- demande la suppression des écoles allemandes dans la partie française du Jura pour le 30 mars 1964;
  • (5)- considérera toute troisième force dans le Jura comme une nouvelle manoeuvre bernoise, tendant à diviser les Jurassiens et à prolonger l'existence du régime par des solutions boiteuses;
  • (6)- n'a aucune relation, ni avec le Rassemblement jurassien, ni avec le groupe Bélier, ni avec le Comité d'action contre la place d'armes. Il endosse seule la responsabilité de ses actes, comme ces mouvements d'actions jurassiens répondent des leurs. Toute tentative d'intervertir ces responsabilités n'est que manooeuvre malhonnête." zit. nach Joset 1967:64 u. 106f..

Mont-Soleil

5. Oktober 1963: Attentat au plastic du Mont-Soleil (villa "beaupré" au lieu-dit "Sur la côte")/ Sprengstoffanschlag auf das Sommerwohnhaus (Le Beaupré) des probernischen Ständerats und Präsidenten des antiseparatistischen "Comité jurassien de vigilance démocratique", Charles Jeanneret, auf dem Mont Soleil bei St. Imier. Zur Zeit des Anschlags befand sich glücklicherweise niemand in der Villa.

Auf dem Rasen findet die Polizei maschinengeschriebene Schreiben des Inhalts: "Front de Libération Jurassien. Pas de pitié pour les traîtres ! Pas de pitié pour les fossoyeurs de l'Unité jurassienne ! Pas de pitié pour les fomenteurs de haine confessionnelle. Pour la Liberté et la Dignité. Front de libération jurassien". Joset 1967:109.

Malleray

23. Dezember 1963: Attentat au plastic contre la scierie Houmard à Malleray (Grand-rue No 26)/ Sprengstoffanschlag auf das Sägewerk des Zentralpräsidenten der antiseparatistischen UPJ, Marc Houmard, in Mallery (Bezirk Moutier).

Dank der rasch eintreffenden Feuerwehr kann ein grösserer Brand verhindert und das Feuer eingedämmt werden.

24. Dezember 1963: FLJ ruft zu Steuerstreik (Nichtbezahlung der Kantonssteuern) auf.

Eisenbahnlinie bei Studen

27. Februar 1964: Sprengstoffanschlag auf die Eisenbahnlinie Biel-Lyss bei Studen (durch glücklichen Zufall wird niemand verletzt und kein Zug erfasst); nach Joset 1967:77 "Cet attentat a été commis pour protester contre les arrestations de Courfaivre, et aussi contre la décision d'interdire toute 'journée jurassienne' à l'Exposition nationale suisse de Lausanne".

Kantonalbank Delémont

12. März 1964: Sprengstoffanschlag auf die Filiale der Berner Kantonalbank in Delémont

25. März 1964: Verhaftung von Joset und Boillat. Boillat begeht bei der Beschlagnahmung seines Autos eine Tätlichkeit gegenüber einem Polizisten.

31. März 1964: Verhaftung von Dériaz

Urteil des Bundesstrafgerichts gegen Boillat, Joset, Dériaz

Urteil vom 18 März 1966 in Lausanne.

  • Marcel Boillat: verurteilt zu 8 Jahren Zuchthaus.
  • Jean-Marie Joset: verurteilt zu 7 Jahren Zuchthaus.
  • Pierre Deriaz: verurteilt zu 1 Jahr Gefängnis.
  • Zudem werden den Tätern grössere Geldzahlungen als Schadenersatz für die Geschädigten der Anschläge auferlegt
    • Cf. Journal de Genève vom 18. 3. 1966
    • cf. National-Zeitung vom 21. 3. 1966
    • cf. Joset 1967 (#Bibliografie)

Personen (FLJ)

Boillat, Joset und Dériaz

  • Boillat, Marcel
    • Boillat kommt nach seiner Verurteilung zuerst ins Gefängnis von Sion VS, am 19. Aug. 1966 nach Crêtelongue (Granges VS). Am 18. Febr. 1967 gelingt Boillat die Flucht aus diesem Gefängnis (cf. Boillat 1998:90-93). Ein Fluchthelfer bringt ihn im Auto über den Grossen St. Bernhard via Frankreich nach Barcelona. In Spanien wird er erneut verhaftet. Am 15. Sept. 1967 entscheidet die spanische Regierung unter Franco ein Auslieferungsbegehren der Schweiz abschlägig und am 19. Sept. 1967 kann Boillat das Gefängnis in Spanien verlassen und erhält politisches Exil. Nach der Scheidung von seiner Schweizer Frau heiratet Boillat 1970 in zweiter Ehe eine Spanierin. Boillat hält sich nun am Ort Daimiel in Spanien auf. Ein Amnestiebegehren Boillats lehnt der Schweizer Ständerat am 10. Juni 1985, der Nationalrat am 9. Juni 1986 ab.
    • vgl. dessen Buch: Boillat 1998 (#Bibliografie)und JSW-Seite Rezension zu Boillat 1998
    • vgl. Schweizer Film "Le terroriste suisse" 1988 über Marcel Boillat, gedreht vom Berner Journalisten und Filmemacher Christian Moser in Spanien (Produzent: Rolf Schmid/Fama Film AG).
    • 13. Sept. 1987 (40e Fête du Peuple jurassien) triumphaler Empfang für Boillat durch den Rassemblement Jurassien. François Lachat verweigert wegen der Präsenz Boillats die Teilnahme am 40. Fest des jurassischen Volkes in Delémont/Delsberg.
    • Link Dictionnaire du Jura, s.v. Boillat, Marcel [4]
  • Joset, Jean-Marie
  • Link Dictionnaire du Jura, s.v. Joset, Jean-Marie [6]
  • Dériaz, Pierre

Als Chauffeur bei einigen Taten von Boillat und Joset beteiligt.

Hennin und Cattin

Cattin, Imier von Bassecourt./Hennin, Jean-Baptiste von Delémont.

Hennin übernimmt die Verantwortung für die folgenden Taten (Joset 1967:242; Boillat 1998:85):

  • 4./5. März 1966: Anschlag auf Lokal der Kantonalen Steuerverwaltung in Delémont
  • Anschlag auf Arsenal/Zeughaus von Glovelier
  • Brandstiftung Restaurant du Mont-Crosin
  • Brandstiftung Hôtel du Cerf, in Saignelégier
  • Anschlag auf Kegelbahn des Restaurants Le Régional, in Le Bémont (Besitzer: Willy/Guillaume Frésard). Frésard gelingt es, die Autonummer der Täter zu notieren: Hennin und Cattin werden am 5. Juni 1966 verhaftet und in Bern, dann (seit dem 4. Juli 1966) in Moutier inhaftiert, bevor sie beide am 23. Juli 1966 nach Thorberg BE kommen.

Hennin entflieht am 16. Oktober 1966 aus der psychiatrischen Klinik in Marsens FR, wohin er zwecks eines psychiatrischen Gutachtens verlegt worden war. Er gelangt nach Frankreich, wo am 3. Juli 1967 die "Chambre d'accusation de la Cour d'appel de Paris" seine Auslieferung an die Schweiz verweigert und Hennin politisches Asyl gewährt.(vgl. Extrait du jugement de la Cour d'appel, in: Joset 1967:247-252). Nach Aufenthalten in Paris und in Langres wohnt Hennin mit seiner Familie in Bourogne F, nicht weit vom Schweizer Jura. Im Sept. 1981 ertrinkt Hennin bei einem Unfall im Rhein-Rhone-Kanal (nach Boillat 1998:86).

  • vgl. Hennin, Jean: "J'ai voulu faire connaître le problème du Jura", in:Joset 1967:239-244.

Unter dem Namen FLJ nach 1966 verübte Straftaten

  • cf. #Hennin und Cattin
  • 1987 Elf Brandanschläge im Nord- und Südjura, die unter dem Kürzel "FLJ" verübt werden
  • 5. April 1989 FLJ-Brandanschlag gegen die historische Holzbrücke von Büren an der Aare, die vollständig zerstört wird

Bibliografie

  • Aubry 1977a: Aubry, Geneviève: Jura - Le temps des imposteurs. Tavannes: Agecopresse (1977).
  • Aubry 1977b: Aubry, Geneviève: Jura - Die Kehrseite der Medaille. Tavannes: Agecopresse 1977.
  • Boillat 1998: Boillat, Marcel: Signé FLJ. Sans morts, l'émergence d'un état. Lausanne: Favre 1998. ISBN 2-8289-0610-1
  • Joset 1967: Joset, Jean-Marie (u.a.): Histoire et procès du Front de Libération Jurassien. Delémont: Boéchat/ Soc. de secours en faveur des victimes de la lutte pour la patrie jurassienne 1967.
  • Henecka 1972: Henecka, Hans Peter: Die jurassischen Separatisten. Eine Studie zur Soziologie des ethnischen Konflikts und der sozialen Bewegung. Meisenheim am Glan: Anton Hain 1972 (=Studia Ethnologica.3) ISBN 3-445-00942-2

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