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Heilige der Merowingerzeit und Katakombenheilige des Jura (Kanton Jura und Berner Jura)

in der sakralen Kunst

von Fritz Oskar Schuppisser

Erstveröffentlichung in: Zeitschrift für Schweizerische Archäologie und Kunstgeschichte, Band 49/1(1992), S. 71-80.


ZUSAMMENFASSUNG

Die lokalen Heiligen des Jura (Kanton Jura und Berner Jura) sind Einsiedler oder Mönche aus dem 7. Jahrhundert, die mit dem irofränkischen Mönchtum (Columban von Luxeuil) zu verbinden sind. Zugleich sind sie die von den jurassischen Klöstern und späteren Chorherrenstiften (St-Imier; St-Ursanne; Moutier-Grandval) verehrten lokalen Gründer oder Märtyrer. Von den Reliquienschätzen dieser Stifte haben einige ein wechselvolles Schicksal (Reformation; Säkularisierung) überlebt. Der kunsthistorische Wert des Abtstabes des hl. Germanus (Delémont, Musée jurassien) ist erst in unserer Zeit richtig erkannt worden.

Die seit dem 17. Jahrhundert aus Rom eingeführten Katakombenheiligen sind im Gebiet des Jura gut vertreten, und die mit dem 19. Jahrhundert einsetzende reiche lokalhistorische Literatur hat ihnen entsprechende Beachtung geschenkt. Die in kunstvollen barocken Fassungen erhaltenen Katakombenheiligen, welche in schaufensterartig geöffneten Schreinen ruhen, sind wichtige Denkmäler für die Kunst- und Frömmigkeitsgeschichte. Sie sollten als solche erhalten und gründlicher erforscht werden.

RESUME

Les saints de la région jurassienne (canton du Jura et Jura Bernois) sont des ermites ou des moines ayant vécu au 7e siècle et appartenant aux communautés religieuses d'origine irofranconienne (Colomban de Luxeuil). Ils sont également les fondateurs ou les martyrs vénérés des chapîtres des collégiales de St-Imier, de St-Ursanne et de Moutier-Grandval. Quelques-unes des reliques appartenant à ces collégiales ont survécu aux grands changements (Réforme, sécularisation). L'importance culturelle de la crosse d'abbé de St-Germain (Delémont, Musée jurassien) n'a été reconnue que de nos jours.

Les saints des catacombes de Rome, introduits depuis le 17e siècle, sont bien connus dans la région jurassienne et la vaste littérature d'histoire locale en témoigne. Les saints des catacombes richement décorés en style baroque reposent dans des châsses aux parois latérales ouvertes, ressemblant à des vitrines. S'agissant d'importants témoins pour l'histoire de l'art et de la dévotion religieuse, il est nécessaire de les conserver et de les étudier de façon encore plus approfondie.

RIASSUNTO

I santi locali del Giura (Cantone Giura e Giura Bernese) sono eremiti o monaci del VII secolo e sono da mettere in relazione al monachesimo irlandese evangelizzatore della Gallia (Colombano da Luxeuil). Contemporaneamente essi vengono venerati quali fondatori locali di conventi giurassiani, poi divenuti collegiate (St. Imier, St. Ursanne, Moutier-Grandval), e quali martiri. Alcune delle reliquie appartenenti a tali collegiate sono sopravissute a un destino altalenante (riforma, secolarizzazione). Il valore in termini storici-artistici del bastone d'abate di San Germano (Delémont, Musée jurassien) è stato pienamente riconosciuto solo nei nostri tempi.

I santi delle catacombe, introdotti da Roma dal XVII secolo in poi, sono ben frequenti nel territorio giurassiano. La ricca cronistoria locale, che iniziò nel XIX secolo, ha loro rivolto tutta l'attenzione necessaria. Conservati in artistichi costumi barocchi, i santi delle catacombe riposano in scrigni aperti e simili a vitrine. Essi rappresentano dei monumenti importanti nella storia dell'arte e della fede, e in quanto tali devono essere conservati e studiati approfonditamente.

SUMMARY

The local saints of the Jura (Canton of Jura and the Bernese Jura) are hermits or monks of the 7th century, who were associated with the Irish-Frankish monks (Columban of Luxeuil). They are also the local founders or martyrs worshiped in the cloisters and later the monastic communities of canons in the Jura region (St. Imier, St. Ursanne, Moutier-Grandval). Some of the treasured relics of these communities have survived turbulent times (Reformation, secularization). The art-historical value of the crosier of St. Germanus (Delémont, Musée jurassien) had been fully recognized only in recent times.

The saints of the catacombs imported from Rome in the 17th century are well represented in the Jura region, and duly honored thanks to the 19th century emergence of a substantial body of literature on local history. The saints of the catacombs preserved in artistic baroque settings, resting in open shrines like window displays, are important monuments of the history of art and religious worship. As such, they should be preserved and subjected to more thorough investigation.

1. Einleitung

Als Jura sei hier das Gebiet bezeichnet, welches 1815 am Wiener Kongress als "neuer Kantonsteil" dem schweizerischen Kanton Bern zugesprochen worden ist und sich heute aufteilt in den seit 1979 neu bestehenden Schweizer Kanton Jura einerseits und den beim Kanton Bern verbliebenen Südjura (sowie das Laufental) anderseits. Während der Zeit des Ancien Régime, welche 1792 bzw. 1797/98 mit der französischen Besetzung zuende ging, unterstand dieses Gebiet der weltlichen Herrschaft des Fürstbischofs von Basel1 und gehörte formell zum Deutschen Reich, obwohl sich seit dem Zeitalter des Absolutismus der Einfluss Frankreichs immer stärker geltend machte. Infolge der Einführung der Reformation in Basel (1529) residierte der Fürstbischof seit 1528 bis zum Untergang des Ancien Régime im Schloss Porrentruy (Pruntrut) in der Ajoie (Elsgau), während das Basler Domkapitel nach Freiburg im Breisgau und 1679 nach Arlesheim übersiedelte, wo 1679-87 die frühbarocke Arlesheimer Domkirche als Ersatz für das evangelische Basler Münster erbaut wurde. Von den 17 Fürstbischöfen der Zeit 1500-1800 waren sieben Elsässer, vier Deutsche, vier Schweizer und nur zwei Franzosen; die Amtsprache des fürstbischöflichen Hofes war das Deutsche, obwohl die Untertanen grösstenteils französisch sprachen. Die Geschichte des Jura,2 seine Kunst3 und auch seine Heiligen4 sind der Gegenstand einer reichen heimatkundlichen Literatur, die vielfach von der Société Jurassienne d'Émulation gefördert worden ist und die Persönlichkeiten ihrer Verfasser5 widerspiegelt.

Aus dem 18.Jh. sind im Musée Jurassien in Delémont (Delsberg) zwei bei den Gebrüdern Klauber in Augsburg gestochene grossformatige Wandkalender der Fürstbischöfe Nicolas de Montjoie und Friedrich von Wangen erhalten.6 Auf den Kalendern sind der Stadtprospekt von Porrentruy mit dem bischöflichen Schloss sowie Arlesheim als Sitz des Basler Domkapitels wiedergegeben. Die Inhaber der erblichen Hofämter des Fürstbischofs sind ebenso namentlich in Ovalen aufgeführt wie die 18 Domherren des Kapitels. Im obern Drittel sind die Heiligen des Bistums versammelt, unter ihnen auch jene, welche sich im 7.Jh. im Jura im Kloster oder als Einsiedler niedergelassen haben und im hohen und späten Mittelalter in den verschiedenen Stiften des Jura als Lokalheilige verehrt worden sind: Die um 675 getöteten hl. Märtyrer Germanus (Gedenktag 21. Febr.) und Randoald der Propstei Moutier-Grandval (Münster-Granfelden)7, der hl. Himerius (12. Nov., gest. um 620) des Chorherrenstifts St-Imier8 im Erguel sowie der hl. Ursitz (9. oder 20. Dez., gest. um 620) des Chorherrenstifts St-Ursanne9 am Doubs.

Es ist hier nicht der Ort, näher auf die einzelnen Legenden einzugehen und deren Alter, Ueberlieferung und Historizität kritisch zu überprüfen.10 Die als Legende stilisierte Vita des Germanus von Moutier-Grandval11 dürfte bereits zwanzig Jahre nach dessen gewaltsamem Tod vom Mönch Bobolenus aufgezeichnet worden sein, während die Legenden des hl. Himerius12 und besonders jene des hl. Ursitz13 lediglich in späteren Fassungen bezeugt sind, die uns erst in spätmittelalterlichen Handschriften überliefert sind.

2. Saint Fromond (hl. Fromund) in Bonfol

Der Volksmund hat den hl. Ursitz, den hl. Himerius sowie den (in Bonfol in der Ajoie verehrten) hl. Fromund als Gefährten des hl. Columban von Luxeuil14 gesehen: Die drei sollen den irofränkischen Heiligen zunächst auf seinem Missionszug ins alemannische Gebiet begleitet haben, sich jedoch bald von ihm getrennt haben. Auf dem Mont Repais bei Les Rangiers angelangt, sollen die drei ihre Pilgerstäbe in die Höhe geworfen haben, von Gott ein Zeichen erbittend, wo ihre künftige Wirkungsstätte sein sollte.15 Der Stab des Ursitz wies an die Ufer des Doubs, der des Himerius an die Ufer der Schüss (Suze) und der des Fromund an die Ufer der Vendeline. Durch ein Wunder soll sich Fromunds Stab in Bonfol zu einer stattlichen Eiche verwandelt haben, in deren Nähe eine Quelle entstand. Der liberale Politiker, Heimatforscher und Polyhistor Auguste Quiquerez berichtet im 19.Jh. von seinem Besuch in Bonfol: "Vor nun bald 70 Jahren hatten mich die Dienstmädchen meines Vaters zur Wallfahrt nach St. Fromont mitgenommen. Die Erinnerung an die leuchtenden Mohnblumen, die die Felder schmückten und einen riesigen Eichenstamm, übersät mit kleinen, von den Pilgern angebrachten Holzkreuzen ist wachgeblieben. Auch ich musste mein Kreuzlein anbringen, und meine Begleiterinnen erzählten mir, dass dies nun eben der Baum des Heiligen Fromont sei."16

Obwohl es sich beim hl. Fromund17 um einen "Heiligen ohne Papiere" handelt, wird der Eremit noch heute in Bonfol am Freitag nach Auffahrt in einer Prozession als Schutzherr des Jura verehrt. Er gilt als der himmlische Tierarzt, dessen Schutz die Bauern das Leben ihrer Familie und ihrer Pferde und Kühe anheimstellen. In der Pfarrkirche Bonfol befinden sich eine Reihe von gemalten Votivtafeln, die oft zur Zeit einer Viehseuche gestiftet worden sind. Auf dem 1812 datierten Ex-voto (Abb.1) erbittet die im Kirchenbank kniende Familie vom Heiligen den Stallsegen, von welchem in schwerer Kriegszeit ihre Existenz abhängt.

3. Saint Ursanne (hl. Ursitz)

Die Eremiten Himerius und Ursitz sind die Heiligen der gleichnamigen Klöster und späteren Chorherrenstifte St-Imier und St-Ursanne; als Baudenkmäler sind an beiden Orten die ehemaligen Stiftskirchen erhalten. Am romanischen Südportal der ehemaligen Stiftskirche St-Ursanne ist im Tympanon der hl. Ursitz mit Tonsur und Nimbus zu Füssen des thronenden Christus kniend und bedeutungsperspektivisch verkleinert dargestellt; über demselben Portal sitzt der Heilige in Begleitung von zwei Engeln in der rechten Nische und hält ein (abgebrochenes) Lilienszepter.18 Auf dem Stiftsiegel und dem Wappen des Stiftes erscheint der hl. Ursitz ebenfalls mit dem in drei Blüten auslaufenden Lilienstab, dem Symbol der Reinheit und himmlischen Auserwählung, und ist mit einer Kasel, auf welche der Crucifixus appliziert ist, bekleidet.19 Der Leib des Heiligen befindet sich noch heute in einem Sarkophag unter dem Hauptaltar der ehemaligen Stiftskirche.

Im Jahr 1505 liessen die Chorherren nach der Oeffnung des Sarkophags notariell durch den Chorherrn Belorsier bestätigen, dass noch alle Gebeine des Heiligen vorhanden seien. Neben der Notariatsurkunde verfasste derselbe Chorherr bei dieser Gelegenheit auch ein französisches Lobgedicht auf den Stiftsheiligen.20 Einer der Gründe für die Vornahme dieser Beglaubigung könnte die Vernichtung der Gebeine der lokalen Stiftsheiligen durch die Oesterreicher während des Schwabenkrieges 1499 in Moutier-Grandval gewesen sein.21

Das Haupt des Heiligen, dessen Authentizität die Urkunde von 1505 ausdrücklich betont, ist 1519 in ein Büstenreliquiar aus teilweise vergoldetem Silber (Abb.2) gefasst worden, ein Werk der Frührenaissance, welches vielleicht dem damals in Solothurn weilenden Urs Graf zugeschrieben werden darf.22 Das Büstenreliquiar ist 1815 im Auftrag des letzten Chorherrn von St-Ursanne, Aloys de Billieux, restauriert worden, was in einer Nimbenaufschrift festgehalten ist. Eine weitere, wohl originale Inschrift auf der andern Seite des Nimbus enthält die Datierung ins Jahr 1519, nicht aber den Namen des Goldschmieds.

Nach einer Volksüberlieferung soll das Reliquiar von einem Juden gestiftet worden sein, welcher den hl. Ursitz auf dem Ritt von La Croix nach St-Ursanne verfluchte und zur Strafe ebenso wie sein Pferd mit Blindheit geschlagen wurde. Nach einem Gelübde erlangte der Jude sein Augenlicht wieder und vergabte dem Stift zum Dank das Reliquiar.23

4. Saint Imier (hl. Himerius)

Die Legende vom hl. Himerius unterstreicht in einigen Zügen die Verbindung des Eremiten mit dem Bistum Lausanne, dessen geistlicher Herrschaft das Erguel unterstand; zudem berichtet sie vom Aufenthalt Imiers im Heiligen Land, wo er die heidnischen Bewohner einer Insel von einem Greifen befreit haben soll: Er beschwor das Untier mit dem Kreuzeszeichen, liess sich vom zahmen Greifen selber die kleinste Klaue übergeben, und gebot dem Tier wegzufliegen und die Inselbewohner, die sich hernach zum Christentum bekehrten, nie mehr zu belästigen. Zum Dank erhielt Himerius vom Patriarchen von Jerusalem den Arm des hl. Simeon, worauf dieser das Christkind bei der Darbringung im Tempel getragen hatte.

Die Beschwörung des Greifen mit dem Kreuzeszeichen ist auf spätmittelalterlichen Fresken dargestellt in der reformierten Kirche Courtelary24 sowie in der Pfarrkirche St.Peter in Basel25; das Basler Fresko akzentuiert treffend den Augenblick der Klauenübergabe. Dramatisch erweitert erscheint die Greifenszene als Illustration zu Heinrich Murers "Helvetia Sancta", nach einer Vorzeichnung von Hans Asper.26

Als Kuriosum ist hier auch die Deutung figürlicher Darstellungen auf einer Gruppe merowingischer Gürtelschnallen als unmittelbare Illustration der Greifenszene der Himeriuslegende durch Maxime Gorce zu erwähnen; nach der Interpretation von Gorce wären sogar die Umschriften einiger dieser archäologischen Funde direkt auf den hl. Himerius zu beziehen.27 Die Fachwelt konnte dem Abbé bei dieser Erklärung nicht folgen; vielleicht ist die Greifenszene der Legende selber als Versuch einer Christianisierung älterer (keltischer ?) mythologischer Vorstellungen zu bewerten.

Im März 1530 ist die Stiftskirche St-Imier in der Reformation auf Anstiftung der Bürger der 1528 evangelisch gewordenen Stadt Biel von den "Götzenbildern" gereinigt worden: Die Messe wurde abgeschafft und die Skulpturen und Altarbilder der Stiftskirche wurden durch eigens dafür bezahlte Handwerker demontiert und verbrannt.28 Auch die Gebeine des hl. Himerius wurden vernichtet.29 Das Chorherrenstift wurde nicht lange nach der Reformation aufgelöst, und die frühere Stiftskirche diente fortan als evangelische Pfarrkirche. Teile des Kirchenschatzes gelangten 1531 zunächst nach Biel und später ins Schloss Porrentruy; 1589 öffnete der Fürstbischof Blarer von Wartensee die Schatztruhe nach dem Erlöschen des Stiftes. Teile des Kirchenschatzes von St-Imier sind später nach Delémont in die Kirche St-Marcel gelangt.

Zwei im Auftrag des Bieler Rates von Ludwig Sterner erstellte Reliquieninventare aus der Zeit vor und nach dem Bildersturm vermitteln ein gutes Bild vom spätmittelalterlichen Kirchenschatz in der Stiftskirche St-Imier.30 Das vorreformatorische Verzeichnis nennt u.a. die Greifenklaue ("Item une ongle dung gryffon questoit en une ysle de mer, que mangeoit les gens du pays, et St-Imyer par conjuration len deschaissit et ly fit rompre icelle ongle de son propre bec, et est la moindre ongle du pied dudit gryffon") und den Arm des hl. Simeon "...qui fut si ayme de dieu quilz fut digne de le recepvoir sur ses bras". Das Hornreliquiar der Greifenklaue, das heute als verschollen gilt, konnte von den evangelischen Pfarrern Théophile-Rémy Frêne (1727-1804)31 und Charles-Ferdinand Morel (1772-1848)32 in der Sakristei der Kirche St-Marcel in Delémont noch eingesehen und beschrieben werden.

5. Die Märtyrer Germanus und Randoald von Moutier-Grandval

Durch die Ereignisse im Stift St-Imier vorgewarnt, evakuierten die Chorherren der Propstei Moutier-Grandval die Gebeine ihrer Märtyrerheiligen Germanus und Randoald sowie Teile des Kirchenschatzes nach Solothurn; am 15.Juli 1531 wurde auch die Stiftskirche Moutier-Grandval gestürmt und die Bilder wurden verbrannt, nachdem bereits zuvor mit Unterstützung der Stadt Bern durch den Prediger Guillaume Farel die Reformation in der Talschaft eingeführt worden war.33 Die ehemalige Stiftskirche blieb fortan unbenutzt und verfiel zur Ruine, bis sie im 19.Jh. neu erbaut und als evangelisches Gotteshaus benutzt wurde.34 Die Gebeine der Märtyrerheiligen und Teile des Kirchenschatzes gelangten schliesslich nach Delémont, wo die Chorherren von Moutier-Grandval nach der Reformation von Moutier seit 1534 eine neue Zuflucht fanden. Kurz vor der französischen Okkupation in der Revolutionszeit wurden die Heiltümer nochmals nach Courrendlin und dann nach Solothurn evakuiert; schliesslich gelangten sie wieder nach Delsberg zurück und kamen, nach der Säkularisation des Stifts von Moutier-Grandval, 1805 in den Besitz der Pfarrkirche.35

Ein lateinisches, von den Chorherren 1530 (?) erstelltes Inventar nennt 13 Heiltümer des Kirchenschatzes der Stiftskirche Moutier-Grandval.36 Die meisten dieser Objekte sind erhalten und heute im Musée Jurassien in Delémont (seit 1977 in einem speziellen Schutzraum) untergebracht; anlässlich der Jubiläumsausstellung von 1981 sind die Objekte wissenschaftlich katalogisiert worden.37 Insbesondere der im Inventar als "pedum" bezeichnete Abtstab des hl. Germanus wird heute als seltenes Kunstwerk ersten Ranges gewürdigt: Der Pilgerstab dürfte tatsächlich dem hl. Germanus selbst gehört haben und ist wohl kurz nach dessen gewaltsamem Tod mit Silber und Gold ummantelt und mit Filigran und Glasflüssen verziert worden. Eine ausführliche Analyse der dabei verwendeten Techniken und Ornamentik verdanken wir Günther Haseloff.38 Die Form des Abtstabes mit Krücke entspricht dem Stab, welchen der hl. Gallus auf der Elfenbeintafel des Evangelium longum von Tuotilo trägt.39

Die Diskussion um die mögliche Authentizität weiterer Objekte ist neuerdings wieder durch Jean-Pierre Laporte40 belebt worden, der die beiden seidenen Pontifikalschuhe des hl. Germanus als echte Heiltümer betrachten möchte, während Brigitta Schmedding41 diese und andere mit dem hl. Germanus und dem hl. Desiderius42 in Verbindung gebrachte Objekte aufgrund eigener Untersuchungen der Textilien einige Jahrhunderte später datiert.

Aus dem 13.Jh. stammt der im Reliquieninventar aufgeführte sog. Kelch des hl. Germanus; er wird noch heute am Gedächtnistag des Heiligen (21. Febr.) zu liturgischen Zwecken aus dem Museum in die Pfarrkirche geholt.43 Zum Basler Münsterschatz,44 dessen wechselvolle Geschichte hier nicht erörtert werden kann, gehörte auch ein Armreliquiar des hl. Walbert von Luxeuil (629-670), jenes Abtes, welcher den hl. Germanus zum Abt in Münster-Granfelden bestimmte; das Reliquiar befindet sich heute in der Ermitage in St.Petersburg.45

Der hl. Germanus erscheint auf künstlerischen Darstellungen meist mit seinem Begleiter, dem hl. Randoald, welcher mit ihm den Martertod erlitten hat. Germanus trägt neben der Märtyrerpalme in der Regel den Abtstab, mitunter auch das Instrument seiner Marter, ein Schwert, während Randoald als Attribut neben der Palme den Speer trägt, mit welchem er getötet worden ist. Eine lebendige Darstellung der Szene des Martyriums bringt die Illustration zu Heinrich Murers 1648 in Luzern gedruckter "Helvetia Sancta".46

Die neue Pfarrkirche Courrendlin steht unter dem Patrozinium der Heiligen Germanus und Randoald, deren Leichname nach der Ueberlieferung unmittelbar nach der Ermordung durch die Soldaten des elsässischen Herzogs Catticus bei La Communance für einige Zeit an den Ort der alten Pfarrkirche von Courrendlin verbracht worden sein sollen. Die neue Pfarrkirche ist im "goldenen Zeitalter" der jurassischen Kunst, im 18.Jh., errichtet worden. Der Hauptaltar (Abb.3) zeigt die "Hl. Germanus und Randoald vor einer Ansicht des Dorfes Courrendlin" auf einem 1757 datierten Gemälde von François-Ignace Tavanne (geb. 1728)47; ein weiteres Gemälde desselben Altars stellt in einer Kartusche den "Hl. Himerius mit dem Greifen" dar.48 Die Heiligenfiguren sind vom Bildhauer Ursanne-Joseph Bourquard geschnitzt, und der Altaraufbau stammt vom Tischler H. Chapatte.

Der Altar ist ein eindrückliches Zeugnis der erstaunlichen Fähigkeiten einheimischer Künstler zur Blütezeit der jurassischen Kunstproduktion im Spätbarock. Seit einiger Zeit erstellt die Denkmalpflege des Kantons Jura ein Inventar der religiösen Kunstwerke (Inventaire des Oeuvres d'Art Religieux) und berichtet darüber in regelmässigen Abständen; dank dieser Grundlagenarbeit ist es möglich, das Schaffen verschiedener Künstler im kirchlichen Bereich eindeutiger zu fassen und besser zu würdigen.49

Es sei auch noch auf einige Kunstwerke unseres Jahrhunderts hingewiesen, welche die jurassischen Heiligen der Merowingerzeit darstellen: Einen Zyklus von 5 Gemälden zur Vita des hl. Himerius hat Armand Schwarz 1912 in der Pfarrkirche Develier gestaltet, wobei er das Hauptgewicht nicht auf Aeusserlichkeiten, sondern auf eine mystisch gefärbte Frömmigkeit des Eremiten gelegt hat.50 In der 1862-66 neuerbauten katholischen Pfarrkirche St-Imier hat der Glasmaler Albin Schweri (1885-1946) in den Jahren 1942-44 eine Reihe von Glasfenstern entworfen, deren jedes einem Heiligen gewidmet ist; darunter befinden sich auch die besprochenen jurassischen Heiligen.51 Nach dem 2.Weltkrieg hat der Bildhauer Georges Schneider 1959 eine moderne Bronzeskulptur geschaffen, welche den hl. Himerius beim Urbarmachen des Bodens am Pflug zeigt ("Imier labourant") und in der Ortschaft St-Imier als Freiplastik aufgestellt ist.52

6. Katakombenheilige des Jura

Neben den lokalen Heiligen der Merowingerzeit seien hier noch die jurassischen Katakombenheiligen behandelt. Seit 1578 wurden in Rom die Katakomben neu entdeckt und die dort aufgefundenen Gebeine wurden als Leiber der christlichen Märtyrer der vorkonstantinischen Verfolgungen angesehen. Diese Gebeine wurden als ganze Leiber mit päpstlicher Bewilligung von Rom aus in ganz Europa vergabt. In die Schweiz sind Katakombenheilige häufig durch Vermittlung von Angehörigen der päpstlichen Schweizergarde gelangt; sie hatten teilweise die Funktion, gegenüber den evangelischen Gebieten einen katholischen Schutzwall zu errichten.53 Die Ausfuhr dieser "getauften Heiligen" aus Rom fand gegen 1860 allmählich ein Ende, als sich kritische Stimmen auf katholischer Seite zum archäologischen Befund, beispielsweise zur Echtheit der häufig mitausgeführten "Blutgefässe", mehrten und in Rom aus diesem Grund die Suche nach weiteren Gebeinen eingestellt wurde.54

Nach der Ankunft am Bestimmungsort sind die Leiber der Heiligen meist von Nonnen kunstvoll gefasst worden.55 Darauf folgte am Bestimmungsort eine vielfach mit barockem Prunk schauspielartig inszenierte Translation des Heiligen zu jener lokalen Kirche, wo der Schrein ausgestellt wurde. Bei der Fassung der Hl. Generosa (Translation 23. April 1752) in Porrentruy war nach überlieferten Zeugnissen die Ursulinen-Schwester Heintz imstande, alle Knochen der Heiligen ohne die Hilfe eines Mediziners in die richtige Ordnung zu bringen, bevor sie die Gebeine mit Schmuck und kostbaren Stoffen ausstattete.56

Anlässlich der Translation wurden vielfach Kupferstiche, sogenannte Anrührbilder, vertrieben, welche zuvor direkt mit den Gebeinen der Heiligen in Berührung gekommen waren und dem Besitzer des Andachtsbildes die Kräfte der Heiligkeit gleichsam materiell zugänglich machen sollten.57 Ein Kupferstich des Augsburger Stechers Franz Regis Götz zeigt die durch Papst Clemens XIII. den Kapuzinern überlassene und am 9. Oktober 1763 feierlich in das Kapuzinerkloster in Porrentruy überführte Katakombenheilige Faustina (Abb.4), mit Palme und Schwert, dem Symbol und Werkzeug des Martyriums, und dem Blutgefäss.58 Die Heilige hatte ihr Fest am 3. Sonntag im September. Bei der Säkularisierung des Kapuzinerklosters während der Revolution sind die Ueberreste der Heiligen gerettet und in die Pfarrkirche St-Pierre in Pruntrut übergeführt worden, wo sie heute in der Kapelle S. Michel geborgen sind.59

Im Besitz der Katholischen Kirchgemeinde Porrentruy befindet sich ein Oelgemälde (Abb.5), welches 1679 im Zusammenhang mit der Translation des Katakobenheiligen Pacificus in die Jesuitenkirche des Kollegs entstanden sein dürfte und vielleicht vom Fürstbischof selber in Auftrag gegeben worden ist. Das Gemälde weist unten rechts das Monogramm HSZ auf und zeigt den hl. Pacificus als römischen Legionär mit Schwert und Palme, der eben von einem Genius bekränzt wird. Im Hintergrund ist die Szene der Enthauptung in Rom vor einem heidnischen Götterbild dargestellt. Die Inschrift auf der Tafel lautet: "OSSA S: PACIFICI MARTYRIS ROMA BRONTRUTU[M] 10 Octob 1679 ALLATA 5 9bris EIUSDEM ANNI PUBLICO CULTUI HIC EXPOSITA" (Die Gebeine des hl. Pacificus, Märtyrer, am 10. Oktober 1679 von Rom nach Porrentruy gebracht und hier am 5. November desselben Jahres zur öffentlichen Verehrung ausgestellt). Der hl. Pacificus60 hat seinen Namen als "Friedensbringer" im Hinblick auf den 1678/79 abgeschlossenen Frieden von Nimwegen erhalten. Die vorangehenden kriegerischen Ereignisse zur Zeit Ludwigs XIV. hatten auch das Fürstbistum nicht unberührt gelassen, und gleichzeitig war eine Pest im Anzug.

Nach einem feierlichen Umzug in Pruntrut, dessen Details uns aus den zeitgenössischen Quellen61 bekannt sind und sich auf dem Gemälde teilweise wiederfinden, fanden die Gebeine des hl. Pacificus ihren Platz auf dem rechten Altar der Jesuitenkirche. Zeitlich fällt diese Translation zusammen mit der Barockisierung der Pruntruter Jesuitenkirche unter der Leitung des Wessobrunner Stukkateurs Michael Schmutzer unter Fürstbischof Johann Conrad von Roggenbach;62 gleichzeitig ist auch der Arlesheimer Dom 1679-81 nach den Plänen von Jakob Engel erbaut worden. Möglicherweise dürfte auch der Maler unseres "Pacificus" in den Kreisen der im Zusammenhang mit diesen Aufträgen tätigen Künstler zu suchen sein. Zur selben Zeit wurde das Gemälde einer Madonna für den Hauptaltar der Pruntruter Jesuitenkirche, die gleichzeitig als Kirche des bischöflichen Hofes diente, aus Italien über den Gotthard gebracht.

Im jurassischen Prämonstratenserkloster Bellelay befanden sich seit 1683 die aus Einsiedeln übernommenen Gebeine der Katakombenheiligen Clara; ihr wurde unter Abt Johann-Georg Schwaller eine eigene Kapelle errichtet, wo sie in einem Prachtschrein ruhte und ihre Verehrung 1699 von Papst Innozenz XI. mit einem Plenarablass ausgestattet wurde. Zur Zeit der Revolution konnte sie ins benachbarte Dorf Les Genevez gerettet werden, wo sie zunächst bei einem Weber versteckt wurde, um schliesslich in die Pfarrkirche desselben Ortes zu gelangen.63 Ein 1751 vom Kastlan de Valoreille gestiftetes und von Xavier Hauwiller gemaltes Oelgemälde gelangte ebenfalls aus Bellelay in die Kirche von Les Genevez: Es zeigt die Märtyrerin Clara mit dem Stifterehepaar und den 5 Kirchen des Bezirks. Das Bild trägt eine Inschrift zu Ehren der Katakombenheiligen, welche "die Augen des Herzens und des Körpers erleuchte".64 Der gefasste Leib der Märtyrerin befindet sich heute hinten in der Kirche in eine steinerne Altarmensa eingelassen. Ein Glasfenster im Chor der Kirche von Albin Schweri zeigt die bei Augenleiden aufgesuchte Heilige mit einer goldenen Schale, worauf zwei Augen gelegt sind. Im jurassischen Museum in Delémont ist ein gemaltes Ex-voto (Inv. Nr. 260/7.004) erhalten, welches dieselbe Heilige in ihrem Schrein liegend zeigt, während zwei Nonnen ihr ein Votiv mit zwei Augen weihen. Die hl. Clara hat als himmlische Augenärztin eine ähnliche Stellung wie die hl. Odilie im Elsass.

In den Freibergen ruht in der Pfarrkirche von Les Bois der Katakombenheilige Justinus in einem 1835 im Zusammenhang mit dem Neubau der Kirche errichteten Schrein.65 Zur Seite des Schreins befinden sich 26 gemalte Ex-voto aus der Zeit um 1840/50, deren Stifter zum Teil namentlich bekannt sind.66 Die wichtigste Sammlung von Votivbildern dieser Art im Jura befindet sich in der Vorbourg-Kapelle bei Delémont und ist wissenschaftlich bearbeitet worden.67 Schliesslich sei noch der schön gefasste hl. Aurelius in der Pfarrkirche von St-Brais erwähnt.68

Für die Kunstgeschichte sind die im Jura zahlreich erhaltenen, schaufensterartig zum Betrachter hin geöffneten Schreine von Katakombenheiligen von Bedeutung als frömmigkeitsgeschichtliche und künstlerische Denkmäler einer Epoche; sie verdienten eine eingehendere Würdigung.69 Die Gestaltung der Schreine der Katakombenheiligen hat auch eingewirkt auf die Ausführung der beiden Schreine, welche hoch über dem Altar im Chorrund der Pfarrkirche St-Marcel in Delémont eingelassen sind: Sie bergen die gefassten Leiber der Hl. Germanus und Randoald,70 der ersten Märtyrer des christlichen Jura, die hier hoch über dem Altar thronend Wache halten.

ANMERKUNGEN


1 ) Louis Vautrey, Histoire des Évêques de Bâle, 2 Bde., Einsiedeln 1884 u. 1886. - Albert Bruckner (Hrsg.), Helvetia Sacra, Bd.I/1, Bern 1972.

2 ) Joseph Trouillat, Monuments de l'histoire de l'Ancien Évêché de Bâle, 5 Bde., Porrentruy 1852-1867. - Louis Vautrey, Notices historiques sur les villes et les villages catholiques du Jura, 6 Bde., Porrentruy/Delémont 1863-1881 (Reprint Genf 1979). - Arthur Daucourt, Dictionnaire historique des paroisses de l'Ancien Évêché de Bâle, 9 Bde., Porrentruy 1897-1915 (Reprint Genf 1980). - C. A. Müller, Das Buch vom Berner Jura, Derendingen 1953. - Paul-Otto Bessire, Histoire du Jura Bernois et de l'Ancien Évêché de Bâle, Moutier 1977. - Gustave Amweg, Histoire populaire du Jura Bernois, 2. Aufl., Porrentruy 1974. - André Bandelier/Bernard Prongué, Nouvelle histoire du Jura, Porrentruy 1984.

3 ) Gustave Amweg, Les arts dans le Jura Bernois et à Bienne, 2 Bde., Porrentruy 1937 u. 1941. - Albert Membrez, Églises et chapelles du Jura bernois, in: Katholische Kirchen des Bistums Basel, Bd.4, Olten 1938, S.61-436. - Jura, treize siècles de civilisation chrétienne, Katalog der Ausstellung in Delémont (Musée jurassien), 16.Mai-20.Sept. 1981. - Andres Moser/Ingrid Ehrensperger, Arts et Monuments. Jura bernois, Bienne et les rives du lac, Wabern-Bern 1983. - Marcel Berthold, Arts et Monuments. République et Canton du Jura, Wabern-Bern 1989.

4 ) Pierre-Olivier Walzer, Vie des Saints du Jura, Réclère 1979 (reich illustriert). - Dazu die gekürzte Taschenbuchausgabe 1990 (=Collection "Poche Suisse".100).

5 ) Pierre-Olivier Walzer, Anthologie jurassienne, 2 Bde., Porrentruy 1964 u. 1965 [Porträts der jurassischen Forscher u. Autoren].

6 )Amweg 1937/41 (vgl. Anm. 3),Bd.1,S.461-462. - Jura, treize siècles (vgl. Anm. 3),S.122-123. - Walzer 1979 (vgl. Anm. 4), Abb.2-5. - Bandelier/Prongué (vgl. Anm. 2),S.150,Abb.1.

7 ) Albert Bruckner (Hrsg.), Helvetia Sacra, Bd. III/1, Bern 1986, S.283-286 u. Bd.II/2, Bern 1977, S.362-391. - A. Rais, Un chapitre de chanoines dans l'ancienne principauté épiscopale de Bâle. Moutier Grandval. Histoire générale ou politique des origines à la fin du XVe siècle (640 à 1498), Biel 1940.

8 ) Albert Bruckner (Hrsg.), Helvetia Sacra, Bd.III/1, Bern 1986, S.302-303 u. Bd.II/2, Bern 1977, S.434-441.

9 ) Fidèle Chèvre, Histoire de St-Ursanne, du Chapitre, de la Ville et de la Prévôté de ce nom, Porrentruy 1887 (Reprint Genf 1981). - Claude Lapaire, Les constructions religieuses de Saint-Ursanne et leurs relations avec les monuments voisins VIIe-XIIIe siècle, Phil. Diss. Lausanne, Porrentruy 1960. - Albert Bruckner (Hrsg.), Helvetia Sacra, Bd.III/1, Bern 1986, S.321-323 u. Bd. II/2, Bern 1977, S.442-461.

10 ) Gérard Moyse, Le Jura septentrional dans la perspective du monachisme occidental avant l'an mille, in: Actes de la Société Jurassienne d'Émulation 87, 1984, S.9-38.

11 ) Vita Germani Abbatis Grandivallensis auctore Boboleno presbytero, Hrsg. B. Krusch, in: MGH, Scriptorum Rerum Merovingicarum, Bd.5, S.25-40. - Acta Sanctorum, Hrsg. Ioannes Bollandus, Febr. Bd.3, Antwerpen 1658, S.263-266 (21.Febr.). - P.-O. Bessire, L'abbaye de Moutier-Grandval et les origines de la puissance temporelle et territoriale des évêques de Bâle, in: Actes de la Société Jurassienne d'Émulation 58, 1954, S.47-116, hier: S.67-74. - Jura, treize siècles (vgl. Anm. 3), S.14. - Walzer 1979 (vgl. Anm. 4),S.259-290.

12 ) M. Besson, Contribution à l'histoire du Diocèse de Lausanne sous la domination franque, Fribourg 1908, S.164-178 (lat. Textausgabe) u. S.70-125. - X. Kohler, La légende de St-Imier d'après le manuscrit de Hauterive, in: Actes de la Société Jurassienne d'Émulation 13, 1861, S.104-112. - Analecta Bollandiana, Brüssel/Paris 6, 1887, S.189-192. - Trouillat 1852-1867 (vgl. Anm. 2), Bd.1,S.35-40. - Jura, treize siècles (vgl. Anm. 3), S.15. - Walzer 1979 (vgl. Anm. 4), S.99-132.

13 ) Trouillat 1852-1867 (vgl. Anm. 2), Bd.1, S.40-44. - Lapaire (vgl. Anm. 9),S.12-16. - Walzer 1979 (vgl. Anm. 4), S.149-178.

14 ) Zum irofränkischen Mönchtum vgl. Rudolf Pfister, Kirchengeschichte der Schweiz, Bd.1, Zürich 1964, S.46-57. - Albert Bruckner (Hrsg.), Helvetia Sacra, Bd.III/1, Bern 1986, S.33-42. - Ursula Meinhold, Columban von Luxeuil im Frankenreich, Diss. Phil., Marburg 1981.

15 ) Walzer 1979 (vgl. Anm. 4), S.157f. u. Abb.74.

16 ) Zitiert nach Joseph Hanhart, A. Quiquerez 1801-1882, in: Jurablätter 46/6, 1984, S.85-98, hier:S.96. - Vgl. Walzer 1964/65 (vgl. Anm. 5), Bd.1,S.348-352.

17 ) Walzer 1979 (vgl. Anm. 4),S.223-244 u. Abb.114-131.

18 ) Amweg 1937/41 (vgl. Anm. 3), Bd.1, Abb. S.146 u. 147 oben. - Lapaire (vgl. Anm. 9), S.152-153 u. 162-163, Fig.20 u. 32. - Walzer 1979 (vgl. Anm. 4), Abb.82-84.

19 ) Chèvre (vgl. Anm. 9), Abb.S.326. - Lapaire (vgl. Anm. 9), Fig.33.

20 ) Chèvre (vgl. Anm. 9), S.291-295. - Walzer 1964/65 (vgl. Anm. 5), Bd.1,S.57-61. - Ernst Alfred Stückelberg, Geschichte der Reliquien in der Schweiz, Bd.2 (=Schriften der Schweizerischen Gesellschaft für Volkskunde.5), Basel 1908, Nr.2152.

21 ) Ernst Alfred Stückelberg, Geschichte der Reliquien in der Schweiz, Bd.1 (=Schriften der Schweizerischen Gesellschaft für Volkskunde.1), Zürich 1902, Nr.411.

22 ) Jura, treize siècles (vgl. Anm. 3),S.106-107. - Chèvre (vgl. Anm. 9),S.714. - Amweg 1937/41 (vgl. Anm. 3), Bd.2, S.98-99. - Stückelberg 1908 (vgl. Anm. 20), Nr.2789.

23 ) Arthur Daucourt, Légendes jurassiennes, Porrentruy 1978 (=Reprint des Erstdrucks von 1897),S.73-76. Die Erzählung spielt anno 1667.

24 ) Moser/Ehrensperger (vgl. Anm. 3), Abb. S.155 oben. - Walzer 1979 (vgl. Anm. 4), Abb.44.

25 ) Die Kunstdenkmäler des Kantons Basel-Stadt, Bd.5, von François Maurer, Basel 1966, Abb.196. - Walzer 1979 (vgl. Anm. 4), Abb.57.

26 ) Margrit Früh, Die Vorzeichnungen von Hans Asper (d.J.) zu Heinrich Murers "Helvetia Sancta" in der Kantonsbibliothek Frauenfeld, in: Zeitschrift für Schweizerische Archäologie und Kunstgeschichte 45, 1988, S.179-206, hier:Abb.20.

27 ) Maxime Gorce, Occident 561-753, 3 Bde., Saint-Imier 1963, hier: Bd.2,S.339-489. - Die von Gorce interpretierten Schnallen der sog. Danielgruppe (1) Fribourg, Museum (1908 in Lussy gefunden, mit Umschrift); vgl. Walzer 1979 (vgl. Anm. 4), Abb.55 sowie Rudolf Moosbrugger-Leu, Die Schweiz zur Merowingerzeit, 2 Bde., Bern 1971, hier: Bd.2, Taf.28, Nr.70. - (2) Zürich, Landesmuseum (Fundort unbekannt, wahrscheinlich Kanton Wallis), sog. Vasen-Daniel; vgl. Walzer 1979 (vgl. Anm. 4), Abb.56 sowie Rudolf Moosbrugger-Leu 1971, Bd.2, Taf.29, Nr.73.

28 ) Robert Gerber, La Réformation dans l'Erguel, in: Gedenkschrift zur Vierhundertjahrfeier der Bernischen Kirchenreformation. Hrsg. vom Evangelisch-reformierten Synodalrat des Kantons Bern, Bern 1928, Bd.3, S.25-69.

29 ) Stückelberg 1902 (vgl. Anm. 21), Nr.484bis. - Gerber (vgl. Anm. 28),S.44.

30 ) Gerber (vgl. Anm. 28), S.30-31 (=Biel, Stadtarchiv, CXXXI 56, S.231-233; Inventar vor dem Bildersturm) sowie S.49 (=Biel, Stadtarchiv, Ratsprotokolle VII, S.311; Inventar vom 21.Juni 1531).

31 ) Journal manuscrit du pasteur Th. R. Frêne, vol.4, p.1686. (Eintrag aus dem Jahr 1783); vgl. Gerber (vgl. Anm. 28),S.52. - Zur Person vgl. Walzer 1964/65 (vgl. Anm. 5), Bd.1, S.73-75.

32 ) Vgl. Walzer 1979 (vgl. Anm. 4),S.128. - Zur Person vgl. Walzer 1964/65 (vgl. Anm. 5), Bd.1, S.327-330.

33 ) W. Bourquin, La Réformation dans la Prévôté de Moutier-Grandval, in: Gedenkschrift zur Vierhundertjahrfeier der Bernischen Kirchenreformation. Hrsg. vom Evangelisch-reformierten Synodalrat des Kantons Bern, Bern 1928, Bd.3, S.109-129.

34 ) Rais (vgl. Anm. 7), mit zahlreichen Abbildungen.

35 ) Daucourt 1897-1915 (vgl. Anm. 2), Bd.1, S.216-217. - Stückelberg 1902 (vgl. Anm. 21), Nr.1691.

36 ) Trouillat 1852-1867 (vgl. Anm. 2), Bd.1, S:55, Nr.1. - Walzer 1979 (vgl. Anm. 4), S.283-284 (lateinischer Text mit französischer Uebersetzung). - Membrez 1938 (vgl. Anm. 3), S.178.

37 ) Jura, treize siècles (vgl. Anm. 3), S.19 (Kelch des hl. Germanus), S.11 (Abtstab des hl. Germanus), S.16 (2 Pontifikalschuhe sowie 2 Strümpfe des hl. Germanus), S.17 (Strumpf u. 2 Pontifikalschuhe des hl. Desiderius). - Vgl. Walzer 1979 (vgl. Anm. 4), Abb. 132, 145, 146, 194, 195.

38 ) Günther Haseloff, Der Abtstab des heiligen Germanus zu Delsberg (Delémont), in: Germania, Berlin 33, 1955, S.210-235 u. Taf. 24-25. - Arthur Daucourt, La crosse de Saint Germain, in: Actes de la Société Jurassienne d'Émulation 1908, S.129-134.

39 ) Adolf Reinle, Kunstgeschichte der Schweiz, 1.Bd.: Von den helvetisch-römischen Anfängen bis zum Ende des romanischen Stils, 2.Aufl., Frauenfeld 1968, Abb.284.

40 ) Jean-Pierre Laporte, Le trésor des saints de Chelles, Chelles 1988, S.103 u. 109.

41 ) Brigitta Schmedding, Mittelalterliche Textilien in Kirchen und Klöstern der Schweiz. Katalog, Bern 1978, Nr.97 (Schuhe d. hl. Germanus), Nr.95 (dessen 2 Strümpfe), Nr.94 (Strumpf d. S. Dizier), Nr.96 (dessen Schuhe), Nr. 119 (Stola des hl. Himerius in Mariastein).

42 ) Zur Vita von S. Dizier (hl. Desiderius) vgl. Walzer 1979 (vgl. Anm. 4), S.319-342.

43 ) Jura, treize siècles (vgl. Anm. 3), S.19.

44 ) Die Kunstdenkmäler des Kantons Basel-Stadt, Bd.3: Der Basler Münsterschatz, von Rudolf F. Burckhardt, Basel 1933. - Historisches Museum Basel, Der Basler Münsterschatz. Katalog der Ausstellung in der Barfüsserkirche zu Basel. Sept. - Okt. 1956 (= Schriften des Historischen Museums.2), Basel 1956. - Ulrich Barth, Erlesenes aus dem Basler Münsterschatz (= Schriften des Historischen Museums Basel.11), Basel 1990.

45 ) Die Kunstdenkmäler des Kantons Basel-Stadt, Bd.3 (vgl. Anm. 44), S.68, Nr.6.

46 ) Früh (vgl. Anm. 26), Abb.21.

47 ) Zum Maler vgl. Amweg 1937/41 (vgl. Anm. 3), Bd.1, S.415-417.

48 ) Vgl. Berthold 1989 (vgl. Anm. 3), Abb.S.63 unten. - Walzer 1979 (vgl. Anm. 4), Abb.150 u. 62.

49 ) Marcel Berthold, L'oeuvre rococo d'Ursanne-Joseph Bourquard (1707-1766), in: Inventaire des Oeuvres d'Art Religieux, sixième livraison de l'inventaire à l'étude. Office du Patrimoine Historique, Porrentruy 1987, S.23-29. - Vgl. Amweg 1937/41 (vgl. Anm. 3), Bd.1, S.191-193.

50 ) Membrez 1938 (vgl. Anm. 3), S.209-211. - Zum Künstler vgl. Amweg 1937/41 (vgl. Anm. 3), Bd.1, S.411-412.

51 ) Walzer 1979 (vgl. Anm. 4), Abb.68, 98, 177, 178. - Zum Künstler vgl. Künstler Lexikon der Schweiz im XX. Jahrhundert, Bd.2, Frauenfeld 1967, S.883-884.

52 ) Walzer 1979 (vgl. Anm. 4), Abb.73. - Vgl. Jura, treize siècles (vgl. Anm. 3),S.135 (Bronzeskulptur "Le Défricheur" 1962). - Zum Künstler vgl. Lexikon der zeitgenössischen Schweizer Künstler, Hrsg. Hans-Jörg Heusser, Frauenfeld 1981, S.326.

53 ) Hansjakob Achermann, Die Katakombenheiligen und ihre Translationen in der schweizerischen Quart des Bistums Konstanz (= Beiträge zur Geschichte Nidwaldens.38), Stans 1979. - E. A. Stückelberg, Die Katakombenheiligen der Schweiz, Kempten u. München 1907.

54 ) A. P. Frutaz, Art. Katakombenheilige, in: Lexikon für Theologie und Kirche, Bd.6, Freiburg i.B. 1961, Sp.24-26.

55 ) Robert Ludwig Suter, Scholastica An der Allmend. Eine Luzerner Paramentenstickerin der Barockzeit, in: Zeitschrift für Schweizerische Archäologie und Kunstgeschichte 25, 1967/68, S.108-137, Taf.61b (bestickter Rock der St.Pius-Reliquien, 1705, Klosterkirche St. Urban, Kanton Luzern).

56 ) Vautrey 1863-1881 (vgl. Anm. 2), District de Porrentruy III,S.181-185. - Albert Membrez, Les cimetières de Porrentruy. Notice historique et juridique, St-Maurice 1952,S.104-110 (zu den Katakombenheiligen in Pruntrut).

57 ) Rudolf Henggeler, Die Katakombenheiligen der Schweiz in ihren bildlichen Darstellungen, in: Zeitschrift für Schweizerische Archäologie und Kunstgeschichte 1, 1939, S.156-175.

58 ) Stückelberg 1907 (vgl. Anm. 53), Taf.I. - Henggeler (vgl. Anm. 57), S.169. - A. Spamer, Das kleine Andachtsbild, München 1930, S.231. - Walzer 1979 (vgl. Anm. 4), Abb.8.

59 ) Vautrey 1863-1881 (vgl. Anm. 2), District de Porrentruy III, S.318. - Membrez 1952 (vgl. Anm. 56),S.106-108.

60 ) Vautrey 1884/86 (vgl. Anm. 1), Bd.2, S.265-266. - Vautrey 1863-1881 (vgl. Anm. 2), District de Porrentruy III, S.335-336. - Louis Vautrey, Histoire du Collége de Porrentruy (1590-1865), Porrentruy 1866, S.97-99. - Daucourt 1897-1915 (vgl. Anm. 2),Bd.5, S.327 u. 332-333. - Membrez 1952 (vgl. Anm. 56),Abb. S.109.

61 ) Zur Quelle vgl. Corinne Eschenlohr, Les "Annales" du Collège de Porrentruy, in: Du Collège des Jésuites au Lycée Cantonal. 400 ans d'histoire (1591-1991), Porrentruy 1991, S.119-126.

62 ) Berthold 1989 (vgl. Anm. 3),S.129-131. - Vgl. Albert Bruckner (Hrsg.), Helvetia Sacra, Bd.VII, Bern 1976, S.202-242.

63 ) Vautrey 1863-1881 (vgl. Anm. 2), District des Franches-Montagnes, S.163-168. - Daucourt 1897-1915 (vgl. Anm. 2), Bd.2, S.112-113.

64 ) Berthold 1989 (vgl. Anm. 3),S.81. - Amweg 1937/41 (vgl. Anm. 3), Bd.1, S.419-420. - Membrez 1938 (vgl. Anm. 3), S.92.

65 ) Berthold 1989 (vgl. Anm. 3), S.96. - Vautrey 1863-1881 (vgl. Anm. 2), District des Franches-Montagnes, S.24-25. - Membrez 1938 (vgl. Anm. 3), Abb.S.85.

66 ) François Noirjean, L'histoire de Marie-Medeleine-Philomène Cattin, in: Panorama Jurassien. La Mémoire du Peuple, Porrentruy 1983, S.145-155.

67 ) Iso Baumer, Pèlerinages jurassiens. Le Vorbourg près de Delémont (Suisse), Porrentruy 1976. - Iso Baumer, Pèlerinages jurassiens II. Détresse et confiance. Témoinages de piété populaire, Porrentruy 1984 (mit Bildkatalog).

68 ) Daucourt 1897-1915 (vgl. Anm. 2), Bd.6, S.111. - Berthold 1989 (vgl. Anm. 3), S.83.

69 ) Weitere Leiber von Katakombenheiligen im Jura in Asuel (hl. Eliodorus u. Polydorus), Mervelier (hl. Prosper), Delémont (hl. Victoria), Develier-dessus (hl. Philomena), Porrentruy (hl. Clemens, Generosa, Innocens), Saignelégier (hl. Faustina u. Venustus).

70 ) Walzer 1979 (vgl. Anm. 4), Abb.143 u. 144.

 

ABBILDUNGEN

Abb. 1 Hl. Fromund als Beschützer von Pferden und Kühen. Ex-voto, datiert 1812. Oel auf Holz, 36x43 cm. Bonfol, Pfarrkirche.

Abb. 2 Büstenreliquiar des Hl. Ursitz, datiert 1519. Silber, teilweise vergoldet. Höhe 59 cm. Saint-Ursanne, ehemalige Stiftskirche .

Abb. 3 Hauptaltar der neuen Pfarrkirche Courrendlin. Gemälde "Die hl. Germanus und Randoald" von Ignace Tavanne, datiert 1757, und "Hl. Himerius mit dem Greifen". Rokokostatuen der Hl. Germanus von Auxerre, Blasius, Jakobus d.Ae. und Barbara von Ursanne-Joseph Bourquard. Altaraufbau vom Tischler H. Chapatte.

Abb. 4 Katakombenheilige Faustina (in Porrentruy) mit Blutgefäss. Kupferstich von Franz Regis Götz (geb. 1737) in Augsburg, um 1763. Blattgrösse 19,5x15,1 cm. Originalplatte in Dornach, Kapuzinerkloster.

Abb. 5 Katakombenheiliger Pacificus (in Porrentruy) als römischer Legionär. Signiert mit Monogramm "HSZ". Um 1680. Oel auf Leinwand, 185x170 cm. Porrentruy, Katholische Pfarrei.

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